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Hamburg

06. Dezember 2016 | 11:24 Uhr

Bundestagswahl 2017 : Hamburgs FDP-Chefin Suding setzt sich auf Landesliste klar durch

vom

Die 40-Jährige bekam 74,9 Prozent der Stimmen. Die FDP hat als erste Partie ihre Bundestagskandidaten nominiert.

Hamburg | Die FDP Hamburg zieht mit ihrer Partei- und Fraktionschefin Katja Suding an der Spitze in den Bundestagswahlkampf 2017. Eine Landesmitgliederversammlung wählte die 40 Jahre alte stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende am Freitagabend mit 158 von 211 gültigen Stimmen auf Platz eins der Landesliste für die Bundestagswahl. Das entspricht einer Zustimmung von rund 74,9 Prozent.

Dass die FDP in Hamburg bereits seit 2011 wieder in der Hamburgischen Bürgerschaft sitzt, gilt als Sudings Verdienst. Sie hatte die Partei damals als Newcomerin überraschend mit dem besten Ergebnis seit 1974 zurück ins Parlament geführt. Und nicht nur das. Vier Jahre später beendete sie durch die neuerliche Wahl der FDP in die Hamburgische Bürgerschaft - diesmal sogar mit 7,4 Prozent - die bundesweite Niederlagenserie der Partei.

Der überraschend als Gegenkandidat angetretene frühere Bundestagsabgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen (57) kam abgeschlagen auf 51 Stimmen. Zwei Parteimitglieder enthielten sich im Bürgerhaus Wilhelmsburg der Stimme. Suding hatte ihre Kandidatur bereits im Juli bekanntgegeben, Müller-Sönksen kam erst am Wahltag aus der Deckung, weil er - wie er sagte - eine Schlammschlacht vermeiden wollte.

In ihrer Bewerbungsrede um Listenplatz eins warnte Suding angesichts stabiler Umfragewerte jenseits der fünf Prozent eindringlich davor, den Wiedereinzug der FDP in den Bundestag bereits als erledigt zu betrachten. „Wenn wir jetzt schon glauben, dass unser Comeback geschafft sei, wenn wir jetzt schon glauben, dass Plätze im Bundestag für uns reserviert sind, dann sind wir wirklich auf dem besten Weg, es wieder zu vermasseln.“ Zurück in den Bundestag gehe es nicht im Schlafwagen, betonte Suding. Mit klaren Worten erinnerte sie an das FDP-Schreckensjahr 2013: „Der Wähler hat uns hochkant aus dem Deutschen Bundestag geschmissen.“ Zudem seien danach mehrere Landtagswahlen verloren gegangen.

Sudings Gegenkandidat Müller-Sönksen saß von 2005 bis 2013 im Bundestag. Zusammen mit der früheren Hamburger FDP-Chefin Sylvia Canel - von 2009 bis 2013 ebenfalls Bundestagsabgeordnete - galt er als innerparteilicher Gegenpol zu Sudings Lager. Seit 2014 ist er Bezirksabgeordneter in Hamburg-Eimsbüttel - und verzichtete nach seiner Niederlage um Listenplatz eins auch auf jede weitere Kandidatur. Auf Listenplatz zwei wählten die Liberalen daher den Bürgerschaftsabgeordneten Wieland Schinnenburg. Er erhielt ohne Gegenkandidat 177 von 189 gültigen Stimmen.

Die FDP war die erste der in der Bürgerschaft vertretenen Parteien, die ihre Bundestagskandidaten nominiert hat. Am 26. November folgen die Grünen, am 8. Dezember die CDU und am 12. Dezember die SPD. Die Linken haben sich vorgenommen, ihre Landesliste am 18. Februar 2017 aufzustellen. Bei der AfD gibt es nach Parteiangaben noch keinen Termin: „Irgendwann im späten Winter oder Frühjahr 2017“, hieß es.

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erstellt am 19.Nov.2016 | 11:48 Uhr

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