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Hamburg

04. Dezember 2016 | 15:23 Uhr

Quartalszahlen : Hamburger Hafen: Seegüterumschlag stabilisiert sich

vom

Der Hafen in Antwerpen zieht weiter davon. Der Containerverkehr mit Schweden und Polen bricht ein.

Hamburg | Positiv formuliert hat der Hamburger Hafen seine Talfahrt gestoppt. Negativ gesagt tritt er auf der Stelle. In den ersten neun Monaten des Jahres hat der Gesamtumschlag um minimale 0,3 Prozent auf knapp 105 Millionen Tonnen zugenommen, der Containerumschlag ging kaum messbar um 0,1 Prozent auf 6,7 Millionen Standardcontainer (TEU) zurück. „Der Seegüterumschlag im Hamburger Hafen hat sich stabilisiert“, schlussfolgerte Axel Mattern, Geschäftsführer der Hafen Hamburg Marketing-Gesellschaft, gleichwohl zufrieden. Für das Gesamtjahr 2016 erwartet er in etwa dieselbe Umschlagmenge wie 2015, als 8,8 Millionen Boxen gezählt wurden.

Nach einem dürftigen Start 2016 hat die Konjunktur an den Terminals zuletzt immerhin ein wenig an Fahrt gewonnen. Im dritten Quartal (Juli bis September) zogen die bewegten Warenmengen um gut zwei Prozent an. Positiv werten die Verantwortlichen auch den Umstand, dass der lange darbende Handel mit Russland deutlich anzog. Von Januar bis September lag das Plus in diesem Bereich bei 4,4 Prozent. Weniger kräftig fällt der Aufschwung im China-Geschäft aus. Der Austausch mit dem wichtigsten Partner des Hafens wuchs in dem Zeitraum um lediglich 0,6 Prozent.

Im Kampf um die Nummer zwei unter den europäischen Containerhäfen musste Hamburg den Konkurrenten Antwerpen weiter davon ziehen lassen. Die Belgier liegen nach den ersten drei Quartalen um rund 800.000 TEU vor der Hansestadt. Unangefochtener Platzhirsch bleibt Rotterdam.

Negativ wirkte sich für Hamburg auch der weiterhin extrem niedrige Ölpreis aus. Für viele Reeder lohnt es sich derzeit, die Elbmetropole auf dem Weg in den Ostseeraum links liegen zu lassen und ihre Frachter um das Skagerrak herum direkt nach Göteborg und Danzig zu schicken. Im seeseitigen Containerverkehr mit Schweden gab es demzufolge ein Minus um 15 Prozent, mit Polen um 14 Prozent.

Trübsal blasen kommt für Hafenmanager Mattern und seine Kollegen trotz Stagnation nicht in Frage. Der Chef der Hafenbehörde Jens Meier verwies auf die immensen Infrastruktur-Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens. Dazu zählt nicht zuletzt der Ausbau von Eisenbahnverbindungen. In Europa gibt es keinen Hafen, über den so viele Container per Zug ins Hinterland weiter transportiert werden; täglich erreichen und verlassen mehr als 200 Güterzüge die Hansestadt. Tatsächlich verzeichnet dieses Geschäft auch weiterhin stabile Zuwachsraten. Bis Ende September legte die per Bahn beförderte Gütermenge um gut drei Prozent zu.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 15:57 Uhr

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