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Hamburg

09. Dezember 2016 | 06:56 Uhr

Deutsche Flugsicherung : Hamburger Flughafen: Zahl der Zwischenfälle mit Drohnen steigt

vom

Hamburg gilt als Drohnen-Hochburg. Stärker betroffen sind deutschlandweit nur die Airports Frankfurt/Main und Köln/Bonn.

Hamburg | Der Boom bei Drohnen führt zu mehr riskanten Zwischenfällen rund um den Hamburger Flughafen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) registrierte 2016 bislang fünf Fälle, bei denen sich Flugzeuge und Drohnen im kontrollierten Luftraum über Hamburg gefährlich nahe kamen. Im gesamten Vorjahr hatte sich nur ein vergleichbarer Fall ereignet, sagte DFS-Sprecherin Anja Naumann am Montag. Zuvor hatte das „Hamburger Abendblatt“ darüber berichtet.

Zuletzt hatte am 14. Oktober ein Pilot im Landeanflug in 1500 Metern Höhe einer Drohne ausweichen müssen. Fuhlsbüttel liegt damit in diesem Jahr auf Platz drei der am häufigsten betroffenen Airports in Hamburg - mehr Drohnenmeldungen von Piloten gab es nur in Frankfurt am Main (9 Fälle) und Köln/Bonn (6).

„Die Drohnen wiegen inzwischen bis zu 25 Kilo, wenn so ein Gerät in ein Triebwerk fliegt, kann es das Triebwerk beschädigen“, warnte die DFS-Sprecherin. „Das Problem ist, dass sich immer mehr Leute so ein Ding beim Discounter kaufen und völlig ahnungslos sind. Wir fordern eine Registrierung der Geräte und einen Drohnenführerschein“, sagte Naumann.

Im Umkreis von 1,5 Kilometern um den Hamburger Flughafen gibt es eine sogenannte Bannmeile mit einem Komplettverbot. In der Flughafenkontrollzone, die sich fast über das gesamte Stadtgebiet erstreckt, gilt die Pauschal-Erlaubnis, dass Privatleute ihre Drohnen bis 30 Meter steigen lassen dürfen und gewerbliche Nutzer bis zu 50 Meter. Darüber hinaus benötigen Drohnen-Piloten wie jeder andere Flugverkehrsteilnehmer - wie auch Privatpiloten mit einer Cessna - Freigaben vom Tower. Laut DFS gibt es in Deutschland aktuell ungefähr 400.000 Drohnen; 300.000 werden privat genutzt, 100.000 gewerblich.

Zugleich betonte die DFS-Sprecherin: „Wir wollen Drohnen nicht verteufeln. Sie können auch nützlich sein.“ Sie verwies auf Pilotprojekte des Paketdienstes DHL mit einer Drohne, die Medikamente zur Nordseeinsel Juist und auf eine Alm in Reit im Winkl fliegt.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 14:17 Uhr

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