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Hamburg

11. Dezember 2016 | 12:55 Uhr

Schlafplätze für wohnungslose Menschen : Hamburg will Obdachlosen im Winter helfen und sie beraten

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Stadt nutzt die Winterhilfe für verstärkte Beratung - und kann so vielleicht einige Probleme lösen.

Hamburg | Die Stadt Hamburg startet am 1. November ihr jährliches Winternotprogramm für Obdachlose. Wie im Vorjahr stehen rund 900 zusätzliche Schlafplätze für wohnungslose Menschen zur Verfügung, um sie vor dem Erfrieren zu bewahren, teilte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstag in Hamburg mit.

Das Winternotprogramm wird ganz überwiegend von Menschen aus Polen, Rumänien und Bulgarien sowie aus Afrika genutzt. Viele der Ost- und Südosteuropäer sind im Zuge der EU-Freizügigkeit nach Hamburg gekommen, hier gescheitert und stehen nun ohne Geld auf der Straße. Wenn sie in Hamburg keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, müssen sie in ihre Heimat zurückreisen.

Allein 760 Schlafplätze entfallen auf zwei städtische Einrichtungen, der Rest auf Wohncontainer bei freien Trägern. Bei Bedarf könne das Programm aufgestockt werden. Die Obdachlosen können es anonym und kostenlos nutzen. Im vergangenen Winter waren die städtischen Einrichtungen ab Dezember zu mehr als 90 Prozent ausgelastet.

Das Budget sei auf rund 2,5 Millionen Euro aufgestockt worden, um die Beratungsarbeit zu verstärken, sagte Leonhard. Dabei gehe es darum, die Perspektiven der betroffenen Menschen zu klären, mögliche Ansprüche an private Arbeitgeber oder öffentliche Kassen zu überprüfen und Wege aus der Obdachlosigkeit zu finden. „Wir sind bei der Sozialberatung besser aufgestellt“, sagte Leonhard. Im vergangenen Jahr sei es gelungen, 135 Menschen in eine feste Bleibe zu bringen und 360 zurück in ihr Herkunftsland.

In Hamburg gibt es laut Leonhard geschätzt rund 2000 Obdachlose, wobei die Zahl im Jahresverlauf schwankt. Für sie gebe es ganzjährig in der Stadt tagsüber zehn Aufenthaltsmöglichkeiten, darunter eine nur für Frauen. Im Winter komme an Wochenenden und Feiertagen eine zusätzliche hinzu. Die Kapazitäten seien ausreichend. „Wir haben noch niemanden abgewiesen, der ein Bett für die Nacht gebraucht hat“, sagte die Senatorin.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 16:21 Uhr

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