zur Navigation springen

Hamburg

09. Dezember 2016 | 01:04 Uhr

Im Alter von 94 Jahren gestorben : Hamburg trauert um Ehrenbürger Helmut Greve

vom

Er hat mit Immobilien Millionen verdient - und gleichzeitig viel Geld in soziale und kulturelle Projekte gesteckt: Helmut Greve ist tot.

Hamburg | Einer der größten Mäzene der Hansestadt ist tot: Der Hamburger Ehrenbürger Helmut Greve starb in der Nacht zu Montag im Alter von 94 Jahren, wie Senat und Bürgerschaft mitteilten. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) würdigten das soziale Engagement des Immobilienmillionärs als außergewöhnlich. Greve und seiner Frau Hannelore war im Jahr 2005 die Ehrenbürgerschaft in Anerkennung ihres „beeindruckenden Lebenswerks“ verliehen worden.

Der am 2. Juni 1922 als Spross einer Stammbaum-trächtigen Familie geborene Hamburger und seine Frau Hannelore - geboren am 11. November 1926 im niederrheinischen Wesel - förderten über Jahrzehnte Kultur, Wissenschaft und soziale Projekte in der Hansestadt ebenso wie auf internationaler Ebene. Unter anderem ließen die Greves rund 35 Millionen Euro in die Flügelbauten der Hamburger Universität fließen.

Aber auch am Bau der Elbphilharmonie beteiligte sich das Paar mit 30 Millionen Euro. Daneben lobt es alle zwei Jahre 100.000 Euro für den Hamburger Wissenschaftspreis aus. Im gleichen Rhythmus gibt es den von Hannelore Greve gespendeten, mit 25.000 Euro dotierten Literaturpreis.

„Helmut Greve war durch und durch Hanseat - klug und beharrlich, kreativ und großzügig“, erklärte Bürgerschaftspräsidentin Veit. Mit hohem persönlichen Einsatz und gesellschaftlichem Verantwortungsgefühl habe er mit seiner Frau Wissenschaft, Kultur und unzählige soziale Projekte gefördert - „und damit Spuren in Hamburg, aber auch weit über unsere Landesgrenzen hinterlassen“.

Veit und Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) wollten sich am Nachmittag in ein im Rathaus ausliegendes Kondolenzbuch eintragen. Bürgermeister Scholz (SPD) nannte Greve „einen idealen Hamburger Unternehmer und einen großen Hamburger Bürger“. Er habe seinen großen unternehmerischen Erfolg mit verantwortlichem Bürgersinn und sozialem Gewissen verbunden. „Gewinn hatte erst dann einen Wert, wenn er auch dem Gemeinwohl diente.“

So habe das Ehepaar zudem unter anderem die Anschubfinanzierung der Akademie der Wissenschaften geleistet und das Institut für Friedensforschung sowie den Ausbau von drei Abteilungen der Ambulanten Chemotherapie im Universitätsklinikum Eppendorf gefördert. Hinzu kamen die Finanzierung kultureller und wissenschaftlicher Austausch- und Fördermaßnahmen in Bulgarien, Estland und Ungarn, dessen Honorarkonsul Greve auch war, sowie die Gründung eines eigenen Hilfswerks.

Gleichwohl war die Ehrenbürgerschaft für die multimillionenschweren Greves nicht unumstritten. So stimmten damals in der Bürgerschaft zwei Grünen-Abgeordnete dagegen, fünf enthielten sich der Stimme - bei insgesamt großer Mehrheit. Außerdem bewarfen einmal Studenten die Greves mit Farbbeuteln als Reaktion auf die private Spende für die staatliche Institution Hochschule.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Jul.2016 | 14:12 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen