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Hamburg

03. Dezember 2016 | 20:53 Uhr

Trauerfeier : Hamburg nimmt Abschied von Henning Voscherau

vom

Zunächst ist eine Trauerfeier im Thalia Theater geplant. Danach kann die Bevölkerung Anteil nehmen.

Hamburg | Im Thalia Theater hat die Trauerfeier für den am 24. August im Alter von 75 Jahren an den Folgen eines Hirntumors gestorbenen Sozialdemokraten begonnen. Bürgermeister Olaf Scholz würdigte Henning Voscherau als Verkörperung eines Hanseaten. „Verlässlich, klar, ernsthaft, aber auch humorvoll; der übernommenen Aufgabe sich respektvoll unterordnend, dabei aber die Konturen der eigenen Person nicht hinter dem Amt versteckend“, charakterisierte Scholz bei der Trauerfeier seinen Vorgänger in den 1980er und 1990er Jahren. „Henning Voscherau war ein ernsthafter Stadtmanager und sorgender Landesvater, Wertkonservativer und Sozialdemokrat, charmanter Gastgeber und ideenreicher, geschliffen formulierender Intellektueller.“ Sein Verständnis von Politik sei geprägt gewesen von tiefer Verantwortung.

Voscherau war von 1988 bis 1997 Bürgermeister der Hansestadt Hamburg - und damit der am längsten regierende Rathauschef in der Nachkriegsgeschichte.

Für den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel ist mit Henning Voscherau einer der großen Sozialdemokraten gestorben. „Die deutsche Sozialdemokratie hat einen ihrer herausragenden Streiter für Ausgleich und sozialen Zusammenhang verloren“, sagte Gabriel bei der Trauerfeier. „Bei allem, war er tat, war er immer mit Kopf und Herz Sozialdemokrat.“ Voscherau habe sich selbst als „geborenen Sozi“ bezeichnet, dessen Eltern und Großeltern bereits der SPD angehörten.

Sigmar Gabriel hält die Trauerrede für verstorbenen Ex-Bürgermeister Voscherau.
Sigmar Gabriel hält die Trauerrede für verstorbenen Ex-Bürgermeister Voscherau. Foto: Axel Heimken
 

Neben festen Überzeugungen habe Voscherau ein „präzises Handwerk“ ausgezeichnet, sagte Gabriel. Die weiche Seite Voscheraus, seine Empathie, habe sich öffentlich weniger offenbart, doch sei sie bei Voscheraus Ansprache zum Tode von Loki Schmidt deutlich geworden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD, Mitte) nimmt ebenfalls an der Trauerfeier teil.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD, Mitte) nimmt ebenfalls an der Trauerfeier teil.
<p>Ein weiterer Trauergast: Hamburgs ehemaliger Umweltsenator Fritz Vahrenholt (SPD).</p>

Ein weiterer Trauergast: Hamburgs ehemaliger Umweltsenator Fritz Vahrenholt (SPD).

Foto: dpa

Wegen der Raumverhältnisse ist die Trauerfeier nur geladenen Gästen zugänglich. Die Öffentlichkeit kann jedoch im Anschluss an die rund einstündige, im NDR Fernsehen übertragene Veranstaltung Abschied nehmen, wenn der Wagen mit dem Sarg vom Theater am Rathaus vorbei zur letzten Ruhestätte fährt. Voscherau soll auf dem Friedhof Ohlsdorf im Kreise der Familie beigesetzt werden.

Der gebürtige Hamburger (13. August 1941) und Notar war 1966 in die SPD eingetreten und wurde erstmals 1974 in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt, wo er von 1982 bis 1987 Fraktionsvorsitzender der SPD war. Er galt als enger Freund des im November 2015 gestorbenen Altkanzlers Helmut Schmidt (SPD) und dessen 2010 gestorbener Frau Loki.

<p>Mit Loki Schmidt (m.) und Bürgermeister Ortwin Runde bei der Verleihung des Körber-Preises für die Europäische Wissenschaft im Jahr 2000.</p>

Mit Loki Schmidt (m.) und Bürgermeister Ortwin Runde bei der Verleihung des Körber-Preises für die Europäische Wissenschaft im Jahr 2000.

Foto: dpa
 

Für das Thalia Theater als Ort der Trauerfeier hatten sich Familie und Senat nach Angaben der Senatskanzlei entschieden, weil Voscherau dem Haus besonders eng verbunden gewesen war. Sein Vater - der Schauspieler Carl Voscherau - gehörte zum Ensemble des Theaters.

Die Hamburgische Bürgerschaft hat Voscherau bereits am vergangenen Mittwoch gedacht.

Foto von und Kondolenzbuch für Henning Voscherau.
Foto von und Kondolenzbuch für Henning Voscherau. Foto: Christian Charisius
 

Er habe das Wohl Hamburgs stets an die erste Stelle seines Handelns gestellt, sagte Parlamentspräsidentin Carola Veit. Als Fraktionschef habe er deshalb sogar einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss gegen den eigenen Senat durchgesetzt. „Das hat es vor und nach ihm nie wieder gegeben.“

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erstellt am 09.Sep.2016 | 12:29 Uhr

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