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Hamburg

07. Dezember 2016 | 09:41 Uhr

Orgie in Budapest : Hamburg-Mannheimer-Lustreise: Kein Prozess - Angeklagte müssen zahlen

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Verfahren gegen zwei Männer wurde eingestellt. Ihnen wurde Untreue beziehungsweise Beihilfe zur Untreue vorgeworfen.

Hamburg | Ein in Hamburg geplanter Prozess um die Lustreise von Top-Vertretern der früheren Ergo-Versicherungstochter Hamburg-Mannheimer nach Budapest findet nun doch nicht statt. Das Verfahren gegen die beiden Angeklagten sei gegen Zahlungsverpflichtungen vorläufig eingestellt worden, sagte am Mittwoch ein Gerichtssprecher in Hamburg. Verhandelt werden sollte gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Vertriebsorganisation Hamburg-Mannheimer International (HMI) und einen Mitgeschäftsführer einer Eventagentur. Den beiden Männern im Alter von 46 und 51 Jahren wurde Untreue beziehungsweise Beihilfe zur Untreue vorgeworfen.

Sie sollen laut Anklage 2007 eine Sex-Orgie mit 20 Prostituierten für mindestens 64 Versicherungsvertreter in einem Budapester Bad organisiert haben. Hiermit sowie der Verschleierung der Party-Kosten sollen sie gegen interne Unternehmensrichtlinien verstoßen haben. Die Eventagentur soll dem Unternehmen insgesamt rund 330.000 Euro in Rechnung gestellt haben. Daraus sei der Versicherung laut Staatsanwaltschaft ein Schaden von rund 52.000 Euro entstanden, hieß es. Die Strafkammer ging von einem Schaden von 27.000 bis 40.000 Euro aus.

Der 51-Jährige müsse nun bis zum 13. Juli 10.000 Euro zahlen, der 46-Jährige 5000 Euro, sagte der Gerichtssprecher. Andernfalls werde der Prozess doch stattfinden. Er betonte, dass es bereits Anfang des Jahres Gespräche zwischen den Prozessparteien gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft hatte der Einstellung gegen Zahlungsverpflichtungen zugestimmt. Doch die beiden Angeklagten hätten auf einem ordentlichen Verfahren bestanden. Ein dritter Angeklagter hatte dagegen im April eine Geldauflage von 12.500 Euro akzeptiert.

Die frühere Hamburger Versicherung ist heute Teil des Ergo-Versicherungskonzerns in Düsseldorf. Er hatte die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft durch eine Strafanzeige ausgelöst. Das Landgericht Hamburg hatte zahlreiche Verhandlungstermine bis Ende Februar 2017 angesetzt, vor allem weil die Verteidiger so viele Anträge angekündigt hatten.

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erstellt am 06.Jul.2016 | 20:01 Uhr

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