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Hamburg

03. Dezember 2016 | 16:44 Uhr

Bereich Flugzeugüberholung : Hamburg: 400 Jobs bei Lufthansa Technik auf der Kippe

vom

Die Sparte ist nur noch bis April 2017 ausgelastet und arbeitet mit Verlust. Die globale Konkurrenz macht dem Unternehmen zu schaffen.

Hamburg | Den Beschäftigten der Hamburger Lufthansa Technik droht der nächste Tiefschlag. Das zweitgrößte Industrieunternehmen in der Stadt prüft nach eigenen Angaben die Schließung des Bereichs Flugzeugüberholung mit 400 Mitarbeitern. Die Sparte arbeite mit Verlust, bestätigte ein Firmensprecher. Eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen. Erst im Sommer hatte Lufthansa Technik verkündet, die Zahl der Jobs in der Triebwerksüberholung am Standort binnen sieben Jahren um 700 auf 1100 zu verringern. Nach einer Verständigung mit den Arbeitnehmervertretern soll die schrittweise Reduzierung ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen.

Noch beschäftigt Lufthansa Technik an der Elbe 7500 Mitarbeiter. Die wachsende globale Konkurrenz macht dem Unternehmen nach Angaben des Vorstandes aber massiv zu schaffen. Neue Wettbewerber drängten „mit Wucht“ in den Markt, hatte Vorstandschef Johannes Bußmann bei der Bilanzvorlage im März gesagt. Hinzu kommt ein erheblicher Spardruck vom Mutterkonzern. Gewerkschaft und Betriebsrat verweisen dagegen auf die immer noch gute wirtschaftliche Lage des einstigen Weltmarktführers. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz 2015 um 17,6 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern und Zinsen kletterte um 20 Prozent auf 454 Millionen Euro.

Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft Verdi zu Kostensenkungen in der Flugzeugüberholung sind nun zumindest vorerst gescheitert. Das bestätigte ein Verdi-Sprecher, der aber weiterhin Gesprächsbereitschaft signalisierte. Bei Verdi heißt es, das Management um Vorstandschef Johannes Bußmann verlange erhebliche Zugeständnisse von den Beschäftigen, wolle aber nur eine eingeschränkte Beschäftigungsgarantie geben. Laut Gewerkschaft fordere der Vorstand längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, eine Senkung der Schichtzulagen sowie die Reduzierung der vereinbarten Tariferhöhung von 1,8 Prozent auf 0,3 Prozent. Die dafür angebotene fünfjährige Jobzusicherung wolle die Lufthansa Technik an die Wirtschaftlichkeit knüpfen.  

Die Sparte ist nur noch bis April 2017 ausgelastet. Dann enden die obligatorischen Überprüfungen an drei A380-Maschinen der Muttergesellschaft Lufthansa. Schon in den vergangenen Jahren hatte die Lufthansa-Werft Arbeiten zur Überholung der Kranichflotte wegen geringerer Lohnkosten an eigene Standorte in Irland, Ungarn, China, Malta sowie auf die Philippinen verlagert.

 

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erstellt am 16.Nov.2016 | 17:08 Uhr

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