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Hamburg

10. Dezember 2016 | 15:49 Uhr

Hamburger Spielesoftware-Entwickler : Goodgame Studios entlassen Hunderte Mitarbeiter

vom

Das Unternehmen möchte sich wieder auf seine Kernkompetenzen besinnen. Deshalb müssen zahlreiche Mitarbeiter gehen.

Hamburg | Die Gamescom in Köln läuft - und mitten in die Aufbruchstimmung der Spieleindustrie knallt eine schockierende Nachricht für Hunderte Mitarbeiter des Hamburger Entwicklerstudios Goodgame (GGS). Das Unternehmen will eine „niedrige dreistellige Zahl“ an Mitarbeitern entlassen, schreibt die Spieleschmiede in einer Pressemitteilung. Man wolle sich künftig auf die Kernkompetenzen besinnen und den Fokus wieder auf Strategiespiele für mobile und browserbasierte Plattformen setzen. Dazu sei eine Reorganisation nötig. Die Pläne sehen vor, die Arbeitnehmerzahl im Unternehmen bis Ende September zu reduzieren. Die Maßnahmen seien nötig, um eine erfolgreiche Zukunft des Studios zu sichern.

Schlechte Bezahlung, Ausbeutung, Tricks und Drohungen: Immer wieder geraten Start-Ups in die Kritik für den Umgang mit ihren Mitarbeitern. Der Fall Goodgame scheint dies zu bestätigen. Zwar bestreitet das Unternehmen offiziell, unfair mit seinen Mitarbeitern umgegangen zu sein, Medienberichte zeichnen jedoch ein anderes Bild.

Bis dato sind 1200 Mitarbeiter bei Goodgame beschäftigt. Somit ist das Unternehmen nach Mitarbeitern der größte deutsche Entwickler von Spielesoftware. Laut einem Bericht der „Hamburger Morgenpost“ erreichte die Information die Mitarbeiter in Bahrenfeld am Donnerstag aus heiterem Himmel, nachdem die Belegschaft zu einem „Company Meeting“ zitiert wurde. Wie die Zeitung aus Mitarbeiterkreisen erfahren hat, erfahren Betroffene ihre Entlassung wohl nicht persönlich. Vielmehr hätten Mitarbeiter, die ihren Job behalten können, eine Email erhalten, dass sie bleiben dürfen. Mitarbeiter die keine solche Mail in ihrem Postfach fanden, fürchten nun um ihre Jobs.

In der Pressemitteilung von GGS klingt die Umstrukturierung transparenter. Dort ist von einem „freiwilligem Abfindungsprogramm“ die Rede, das „über das marktübliche Niveau hinausgeht“. Die „größtmögliche Sozialverträglichkeit“ sehe außerdem vor, in eine Transfergesellschaft zu wechseln.

Grund für die Entlassungen ist nach Informationen der Zeitung auch, dass einige Spiele-Titel aus dem Hause Goodgame („Galaxy“, „Shadow Kings“) wohl nicht an den Erfolg des ersten Browserspiels „Empire“ aus dem Jahr 2011 anknüpfen konnten. Die Gewinne seien zurückgegangen, die Stimmung der Belegschaft sei schlechter geworden.

Zuletzt machte Goodgame Negativschlagzeilen im Dezember 2015, als 28 Mitarbeiter entlassen wurden, die einen Betriebsrat gründen wollten. Wie viele Jobs von den Streichungen bei GGS genau betroffen sind, ist bislang offen.

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erstellt am 19.Aug.2016 | 10:48 Uhr

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