zur Navigation springen

Hamburg

08. Dezember 2016 | 03:06 Uhr

Rocko Schamoni gegen Wolf Richter : „Golden Pudel Club“: Bauarbeiten können beginnen

vom

Das Amtsgericht Altona hebt eine einstweilige Verfügung auf. Und entscheidet damit für Schamoni und gegen Richter.

Hamburg | Im Streit über die Zukunft des Hamburger Golden Pudel Club haben Miteigentümer Rocko Schamoni und der Club einen Etappensieg verbucht. Das Amtsgericht Altona hob am Dienstag die vom Miteigentümer Wolf Richter erwirkte einstweilige Verfügung auf. Darin waren jegliche Veränderungen und Bauarbeiten an dem Gebäude untersagt worden.

Über Jahre streiten sich die Besitzer Richter und Schamoni schon über die Nutzung des Hauses. Kurz bevor das Gebäude hätte zwangsversteigert werden sollen, brannte der Club am Hamburger Fischmarkt im Februar. Das Feuer soll vorsätzlich gelegt worden sein.

Schamoni und der Pudel Music Club im Erdgeschoss wollen zunächst den Dachstuhl abtragen und ein provisorisches Flachdach bauen lassen, um den Club bald wieder öffnen zu können. Dafür stünden 50.000 Euro von der Feuerversicherung zur Verfügung, sagte der Anwalt des Pudel Club, Ralf Ritter. „Die Versicherung würde auch die gesamte Wiederherstellung des Hauses bezahlen“, sagte Schamonis Anwalt, Martin Klingner.

Wolf Richter, der bis zum Brand das Café „Oberstübchen“ betrieben hatte, will jegliche Bauarbeiten verhindern und das Haus versteigern lassen. Ein für den 20. April angesetzter Versteigerungstermin war nach dem Brand aufgehoben worden, weil ein neues Gutachten erstellt werden muss.

Wolf Richter hatte gegen jede Veränderung eine Unterlassungsverfügung erwirkt. Aus seiner Sicht ist noch ungeklärt, ob der Wiederaufbau mit vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand möglich ist. Das Mietverhältnis mit dem Club sei hinfällig, weil das Haus zerstört sei. Gegen die Verfügung hatten Schamoni und der Club Widerspruch eingelegt.

Vor dem Gericht demonstrierten rund 100 Menschen für den Erhalt des legendären Golden Pudel Club. Nach dem Urteil gab es Jubel und Sekt. Schamoni mahnte jedoch, damit sei der Wiederaufbau noch längst nicht ausgemachte Sache.

Rechtlich gesehen dürfe es jetzt nur Sicherungsmaßnahmen geben, keinen Wiederaufbau, erläuterte Gerichtssprecher Kai Wantzen das Urteil. Gegenüber dem Pudel Music Club müsse Wolf Richter die Maßnahmen dulden, weil der Club einen Pachtvertrag bis 2029 habe.

Dies sei nach Ansicht des Gerichts zumutbar, weil kein wirtschaftlicher Totalschaden vorliege. Und Schamoni habe als Miteigentümer das Recht, seinen Besitz vor weiterem Schaden zu bewahren, auch ohne Zustimmung Wolf Richters.

Schamoni betonte, er habe keinen Streit mit Wolf Richter persönlich. „Er erhebt allerdings Anspruch auf etwas, was der Hamburger Kulturszene gehört.“ Durch die Sperrung des Clubs entstünden monatliche Kosten in Höhe von rund 2000 Euro. Wolf Richter betonte: „Es geht mir nicht um Geld. Es geht mir um die Art und Weise des Umgangs.“

zur Startseite

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 16:21 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen