zur Navigation springen

Hamburg

10. Dezember 2016 | 11:56 Uhr

Kultkneipe in Hamburg St. Pauli : Golden Pudel Club: Bauarbeiten für den Neuanfang starten

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Abrissarbeiten am legendären Golden Pudel Club haben begonnen, die Neueröffnung rückt damit ein Stück näher.

Hamburg | Sieben Monate nach dem schweren Brand im Hamburger Golden Pudel Club haben am Mittwoch die Abrissarbeiten begonnen. Am Vormittag fing eine Baufirma an, das Dach und das Obergeschoss des Hauses abzutragen. Am Ende der Bauarbeiten soll die Neueröffnung des legendären Szenetreffs am Hafen stehen.

Über Jahre hatten sich die Besitzer Wolf Richter und Rocko Schamoni über die Nutzung des Hauses gestritten. Kurz bevor das Gebäude hätte zwangsversteigert werden sollen, brannte der Club am Hamburger Fischmarkt im Februar. Der Brand soll vorsätzlich gelegt worden sein.

Wann er seine Pforten wieder öffnen kann, ist noch unklar. Für den Wiederaufbau brauche es noch „massive Unterstützung“, sagte ein Mitglied des „Pudel“-Kollektivs dem Hamburger Abendblatt.

Der abgebrannte „Golden Pudel Club“. /Archiv
Der abgebrannte „Golden Pudel Club“. /Archiv Foto: Daniel Reinhardt
 

Vor dem Feuer Mitte Februar hatte es Streit unter den Eigentümern des Gebäudes gegeben. Die Polizei ermittelte zunächst wegen Brandstiftung, konnte den Verdacht aber nicht erhärten. Club-Mitgründer Schorsch Kamerun, Sänger der Punkband „Die goldenen Zitronen“, hatte den Brand als „merkwürdigen Zufall“ bezeichnet. Er wolle aber nicht über die Ursache spekulieren, sagte er.

Wolf Richter, der das Café „Oberstübchen“ betrieben hatte, wollte das Gebäude am Fischmarkt zwangsversteigern lassen, um die Eigentumsgemeinschaft aufzulösen. Nach dem Brand wollte er jegliche Bauarbeiten verhindern. Ein für den 20. April 2016 angesetzter Versteigerungstermin war nach dem Feuer aufgehoben worden, weil ein neues Gutachten erstellt werden musste.

Im Juli 2016 teilten die Club-Betreiber dann mit: „Mit größter Freude, Herzrasen & Wahnwitz darf der Golden Pudel Club verkünden: Das mit ihm verwachsene Stückchen Erde, mit dem Namen St. Pauli Fischmarkt 27, konnte den hitzigen Klauen einer drohenden Zwangsversteigerung entrissen werden!“ In Zusammenarbeit mit der Mara & Holger Cassens Stiftung sei Wolf Richters Anteil erworben worden und könne nun „in eine Gemeinnützigkeit“ überführt werden.

Eine Demonstration für den Wiederaufbau des „Golden Pudel Clubs“. /Archiv
Eine Demonstration für den Wiederaufbau des „Golden Pudel Clubs“. /Archiv Foto: Bodo Marks
 

Das Haus am Fischmarkt gilt seit langem als legendärer alternativer Szenetreff. Mehrmals hatte Anhänger des Clubs gegen die Versteigerung demonstriert. In der Mitteilung hieß es weiter, somit „kann weiterhin an der kulturellen Bespielung und sozialen Idee gebastelt werden“.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Sep.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen