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Hamburg

04. Dezember 2016 | 07:15 Uhr

Prozess in Hamburg : Frau mit heißem Öl übergossen - BGH kippt Urteil gegen Ehemann

vom

Das Gericht hätte die Öffentlichkeit auch bei den Plädoyers und dem Schlusswort des Angeklagten ausschließen müssen.

Karlsruhe/Hamburg | Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung eines 49-Jährigen in Hamburg wegen eines Mordversuchs mit heißem Öl an seiner Frau teilweise aufgehoben. Das Hamburger Landgericht hätte die Öffentlichkeit auch während der Plädoyers und des Schlussworts des Angeklagten ausschließen müssen, erklärten die Karlsruher Richter in ihrem Beschluss, der am Dienstag bekannt wurde.

Der Afghane war am 21. April wegen eines lebensgefährlichen Angriffs auf seine Ehefrau mit heißem Öl zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde wegen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen.

Die Bundesrichter erklärten nun: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass jedenfalls der Angeklagte, wäre ihm das letzte Wort unter Ausschluss der Öffentlichkeit erteilt worden, Ausführungen gemacht hätte, die der Annahme niedriger Beweggründe entgegen gestanden oder die Strafzumessung in anderer Weise zu seinen Gunsten beeinflusst hätten.“ Niedrige Beweggründe sind ein Mordmerkmal, das sich strafverschärfend auswirkt. Den Schuldspruch und den Ablauf der Tat stellte der Bundesgerichtshof nicht in Frage. Eine andere Kammer des Landgerichts muss nun in Teilen neu verhandeln.

Während des Prozesses war die Öffentlichkeit auf Antrag des Verteidigers ausgeschlossen worden, als die Frau als Nebenklägerin aussagte. Grund dafür war die Annahme, dass dabei das Sexualleben der Eheleute zur Sprache kommt. Bei dem Angriff hatte die Frau Verbrennungen auf 44 Prozent ihrer Haut erlitten. Sie schwebte wochenlang in Lebensgefahr.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 11:58 Uhr

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