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Hamburg

05. Dezember 2016 | 05:30 Uhr

Unesco-Welterbe in Hamburg : Frank-Walter Steinmeier: Welterbe Speicherstadt „gibt Halt“

vom

Vor einem Jahr wurden die Speicherstadt und das Kontorhausviertel in die Welterbe-Liste der Unesco aufgenommen. Jetzt wird es offiziell.

Hamburg | Ein Jahr wurde gewartet: Nach der Anerkennung der Speicherstadt und des Kontorhausviertels zum UNESCO-Weltkulturerbe erhält die Stadt Hamburg offiziell ihre Urkunde. Außenminister Frank-Walter Steinmeier überreichte die Urkunde an Bügermeister Olaf Scholz (beide SPD). „Die Speicherstadt und das Kontorhausviertel dokumentieren auf einzigartige Weise den Aufstieg Hamburgs zu einem der größten und bedeutendsten Seehäfen weltweit“, sagte Steinmeier am Montag. Zugleich symbolisierten sie kulturelle und gesellschaftliche Identität. „Welterbe gibt Menschen Halt und Orientierung. Das gilt für Hamburgs Welterbestätten - und das gilt für bedrohte Welterbestätten wie Palmyra in Syrien.“ Fragen und Antworten zum Weltkulturerbe lesen Sie hier.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz sagte: „Dieser Welterbetitel ist eine große Ehre für Hamburg, und wir sind uns der Verantwortung für den Erhalt dieses außergewöhnlichen Kulturerbes bewusst.“ Die Erwartungen an die Außenwirkung dieser hohen Auszeichnung seien bereits weit übertroffen worden. Schon jetzt werde die lange Tradition Hamburgs als Hafenstadt mit der Ernennung zum Welterbe weltweit stärker wahrgenommen. Anschließend unternahmen die Politiker einen Rundgang durch die Speicherstadt.

Die Hamburger Speicherstadt gilt als das größte zusammenhängende und einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt. Gebaut wurde sie zwischen 1885 und 1927 auf einer Inselgruppe in der Elbe. Sie besteht aus 15 Backsteinbauten in neogotischer Architektur. Die Lagerhäuser und kleine Nebengebäude sind durch Straßen, Wasserstraßen und Brücken miteinander verbunden. Im Zweiten Weltkrieg erheblich beschädigt, wurde der Komplex in der Nachkriegszeit nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Früher wurden in den Speichern Waren wie Kaffee, Gewürze oder Tabak gelagert, heute befinden sich dort viele Büros, Restaurants und Museen.

Das benachbarte Kontorhausviertel mit den Büros des Hafens und der Schifffahrtsunternehmen wurde zwischen 1920 und 1940 erbaut. Es ist das erste Büroviertel in Europa. Berühmt ist das von Fritz Höger errichtete Chilehaus - mit seiner an einen Schiffsbug erinnernden Spitze. Vom 1. Juli an hat die Stadt einen Welterbe-Koordinator, der den Kontakt zur Unesco hält. Er soll auch das Welterbezentrum vorbereiten, in dem die Geschichte der Speicherstadt erzählt werden soll. Der Standort für das Informationszentrum steht nach Angaben der Kulturbehörde noch nicht fest.

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erstellt am 27.Jun.2016 | 16:40 Uhr

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