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Hamburg

07. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Saison 2016/17 : Flüchtlinge und Tragödien: Das bietet die neue Spielzeit auf Kampnagel

vom

„Sound of Damaskus“: Auf Kampnagel kommen Flüchtlinge selbst zu Wort. Und auch das Altern beschäftigt die Künstler.

Hamburg | In der kommenden Spielzeit dreht sich in der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel vieles um Flüchtlinge und Tragödien. „Wir schaffen quasi eine große Vernetzung in diese Diaspora von geflüchteten Künstlern“, sagte Intendantin Amelie Deuflhard am Dienstag in Hamburg. „Das ist für uns alle ein unglaublicher Gewinn, nicht nur für die künstlerische Arbeit, sondern auch für unser Leben überhaupt.“ Im Gegensatz zu anderen Projekten kommen die Flüchtlinge auf Kampnagel selbst zu Wort: So präsentiert der syrische Künstler Anas Aboura den „Sound von Damaskus“ und „Oriental Karaoke“ und der Nigerianer Larry Moore Macaulay „The Refugee Voices Show“, die von traumatischen Überfahrten auf Flüchtlingsbooten handelt.

Mit dem Festival „Tragedy now!“ wird die Spielzeit am 5. Oktober eröffnet. Bis zum 15. Oktober werden verschiedene künstlerische Zugänge zum Modell der Tragödie im zeitgenössischen Tanz, in Performance, Kunst, Musik und Wissenschaft präsentiert. So bringt der französische Choreograf Jérôme Bel in seiner Produktion „Gala“ in jeder Stadt jeweils eine neue Gruppe von Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen zusammen, darunter Rentner, Kinder und Behinderte. „Er holt diejenigen auf die große Bühne, die dort ansonsten selten repräsentiert sind“, sagte Deuflhard.

In der Reihe „Generation“ setzt Kampnagel mit „Old School“ seine Auseinandersetzung zwischen den Generationen über ein gutes Leben im Alter weiter fort. „Die Alten sind dabei nicht nur Thema der Auseinandersetzung, sondern stehen als Protagonisten und Altersexperten selbst auf der Bühne“, sagte Deuflhard. So nimmt die südkoreanische Choreografin Eun-Me Ahn in „Dancing Grandmothers“ die Gesellschaft ihres Heimatlandes tänzerisch unter die Lupe. Und die Performerinnen von She She Pop zeigen - inspiriert von Wedekinds „Frühlingserwachen“ und dem Erotikroman „50 Shades of Grey“ - das Stück „50 Grades of Shame“. Die kanadische Gruppe Mammalian Diving Reflex präsentiert „All the Sex I ever had“.

Die Choreografin Pina Bausch steht vom 26. bis 29. Januar 2017 im Mittelpunkt, wo neben „Viktor“, einem Klassiker des Tanztheaters Wuppertal von 1986, auch neue Arbeiten internationaler Künstler mit transkulturellen Ansätzen gezeigt werden. Daneben setzt Kampnagel seine kontinuierliche Zusammenarbeit mit vielen Hamburger Künstlern fort, mit Uraufführungen unter anderem von Antje Pfundtner, Regina Rossi, Annika Scharm, Moritz Frischkorn und Michel Abdollahi.

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erstellt am 13.Sep.2016 | 16:47 Uhr

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