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Hamburg

07. Dezember 2016 | 11:47 Uhr

Streik der Ufo : Eurowings und Germanwings: Bisher 82 Flugausfälle in Hamburg - Lage ruhig

vom

Der Ausstand hat Mitternacht begonnen. Es gibt einen Ersatzflugplan.

Hamburg | Der Streik bei den Lufthansa-Billigfliegern Eurowings und Germanwings hat am Donnerstag am Hamburger Flughafen zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Die Lage blieb jedoch ruhig, Warteschlangen an den Schaltern blieben aus. Insgesamt sind nach Angaben des Flughafens 82 Starts und Landungen annulliert worden.

Demnach sind 64 An- und Abflüge bei Germanwings gestrichen, bei Eurowings sind es insgesamt 18. Betroffen sind rund 9000 Passagiere, die nach Hamburg reisen oder von dort starten wollten Insgesamt fällt damit etwa jeder sechste Flug in Hamburg aus, der für Donnerstag auf dem Plan stand. Fast alle innerdeutschen Flüge von Germanwings sind gestrichen.

Nicht betroffen sind dagegen die Verbindungen von Hamburg nach Frankfurt und München, die von der Muttergesellschaft Lufthansa bedient werden. Dagegen fielen Flüge nach Köln/Bonn oder Stuttgart aus, ebenso zu Zielen wie Düsseldorf, Nürnberg oder Dresden. Unter den internationalen Destinationen fielen zum Beispiel Flüge von und nach Oslo, Wien, Budapest oder Barcelona den Streiks zum Opfer.

Lange Schlangen an den Schaltern blieben aus, weil die Passagiere der ausgefallenen Flüge sich frühzeitig um andere Reisemöglichkeiten bemühten. Sie wurden per Mail und SMS von den Airlines informiert und sind gar nicht erst zum Flughafen gefahren. „Das hat sehr gut geklappt“, sagte eine Flughafen-Sprecherin. „Hier ist es sehr ruhig.“

Der Ausstand betrifft alle größeren deutschen Flughäfen bis auf Frankfurt und München. Am Mittwochabend hatte die Gewerkschaft Ufo das Streik-Szenario auf die größere Konzernschwester Germanwings ausgeweitet, indem man die offenen Tarifgespräche zur Teilzeit für gescheitert erklärte und somit auch dort in den Arbeitskampf einsteigen kann.

Das Unternehmen hat seinen betroffenen Kunden kostenlose Umbuchungen und Stornierungen angeboten. Einen Sonderflugplan hat Eurowings auf seiner eigenen Homepage veröffentlicht. Insgesamt sind etwa 50.000 Passagiere betroffen.

Welche Recht haben Fluggäste im Falle eines Streiks? Eine Übersicht:

Eurowings muss eine Ersatzbeförderung anbieten

Die Fluggesellschaft muss Kunden so schnell wie möglich eine alternative Beförderung anbieten. Bei streikbedingten Flugausfällen oder deutlichen Verspätungen ist eine Umbuchung auf einen anderen Flug möglich. Die Airline kann jedoch auch andere Transportwege anbieten, wenn das Ziel per Bus oder Bahn erreichbar ist. Verschiebt sich ein Flug nur um wenige Stunden, können Kunden warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Fällt der Flug jedoch definitiv aus oder verspätet sich um mehr als fünf Stunden, dürfen sie das Ticket zurückgeben. Dann gibt es das Geld zurück.

Die Fluggesellschaft muss Kunden versorgen

Verschiebt sich der Flug wegen eines Streiks, haben Passagiere nach EU-Recht Anspruch auf Essen und Getränke. Meist erhalten sie dafür Gutscheine von der Fluggesellschaft oder - bei einer Pauschalreise - vom Veranstalter. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter auch die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Passagiere haben kein Recht auf Entschädigung

Nach aktueller BGH-Rechtsprechung liegt im Fall eines Streiks höhere Gewalt vor. Das bedeutet: Reisenden steht keine Entschädigung zu, wenn der Flug ausfällt oder sich mehr als drei Stunden verspätet. Das gilt unter der Bedingung, dass die Airline alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um die Folgen des Streiks zu minimieren.

Bei einer Pauschalreise lässt sich der Preis mindern

Verpassen Pauschalreisende durch den Streik wertvolle Urlaubszeit, dürfen sie den Reisepreis mindern. Denn der Veranstalter muss seine Leistungspflichten erfüllen. Sitzt ein Kunde zwei Tage am Flughafen fest, kommt das Unternehmen dieser Pflicht nicht nach. Bei Kurzreisen kann der Kunde unter Umständen sogar kostenlos von der Reise zurücktreten und sein Geld zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es aber nicht.

 
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erstellt am 27.Okt.2016 | 11:51 Uhr

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