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200-Meter-Turm in Hamburg : „Elbtower“ soll weiteres Wahrzeichen der Hafencity werden

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„Skulptural“ soll der Bau werden – und er soll einen spannungsvollen Bogen von der Elbphilharmonie bis zu den Elbbrücken schlagen.

Hamburg | Jetzt soll's für Hamburg doch ganz hoch hinaus gehen: Die Stadt will ihr ungeschriebenes Gesetz brechen, nach dem kein Gebäude am Elbufer den Michel-Turm (132 Meter) überragen darf. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat gestern Pläne für den ersten Wolkenkratzer der Hansestadt vorgestellt – rund 200 Meter hoch, gelegen an den Elbbrücken. Wie der privat zu finanzierende Elbtower aussehen und wer ihn bauen wird, ist noch offen. Als Nutzungen sind Büros, ein Hotel, aber auch Wohnungen und kulturelle Angebote erwünscht.

Gedacht ist der 60-Stockwerke-Bau nicht nur als östlicher Schlussstein der Hafencity, sondern auch als Wahrzeichen am südlichen Eingangstor der Stadt sowie als Scharnier zum Aufwertungsquartier Rothenburgsort. „Das ist ein magischer Ort, der einzige, an dem so ein Hochhaus in Hamburg verträglich ist“, schwärmte Oberbaudirektor Jörn Walter.

Das Grundstück liege weit genug entfernt von der Innenstadt, so dass der 200-Meter-Gigant die jahrhundertealte Silhouette der fünf Hauptkirchen nicht störe. Laut Scholz handelt es sich um eine Ausnahme: „Hamburg wird keine Hochhausstadt.“ Das bisher höchste bewohnte Gebäude Hamburgs ist die Elbphilharmonie (110 Meter).

Der Bürgermeister schätzt die Kosten des Projekts auf 700 Millionen bis eine Milliarde Euro, die komplett privat getragen werden müssen. Von interessierten Investoren verlangt die Stadt ein Bauwerk der allerhöchsten Kategorie. „Es müssen Pläne werden, die von Bürgern, Zeitungsredaktionen und Medien bejubelt werden“, legte Scholz die Latte denkbar hoch.

Der Senat rufe „international erfahrene Bauherren“ auf, sich mit „Weltklassearchitekten“ zusammenzutun und Vorschläge einzureichen. Laut Oberbaudirektor gelten strikte Auflagen: Der Elbtower soll „schlank und elegant“ ausfallen, der Sockel prägnant, die Spitze „skulptural“ gestaltet sein. Die gestern vorgelegten Visualisierungen stellen nur Anmutungen dar.

Um ein Desaster wie bei der Elbphilharmonie zu verhindern, will der Senat den Daumen ganz fest auf dem Prestigeprojekt lassen. „Der Vertrag für den Investor ist schon fertig“, verriet der Bürgermeister. Darin seien die Bedingungen hinsichtlich der Qualität von Architektur, Finanzierung und Nutzung genauestens geregelt. Halte der Bauherr sich nicht daran, könne die Stadt das Vorhaben jederzeit stoppen. 

Ein derart hoher Anspruch habe seinen Preis, räumte Hafencity-Geschäftsführer Jürgen Bruns-Berentelg ein. „Baukosten und Mieten werden außerordentlich hoch sein.“ Dennoch sieht er gute Chancen, Geldgeber zu finden – auch dank des Rückenwindes der Elbphilharmonie. Hamburg gelte derzeit als zweitattraktivster Immobilienmarkt in Europa.

Ihre Elbtower-Idee stellt die Stadt der Branche kommende Woche bei der Immobilienmesse in Cannes vor. Bis Ende 2017 sollen Investoren und Architekten Pläne einreichen, der Zuschlag soll 2018 erfolgen. Baubeginn könnte im günstigsten Fall 2020 sein. Die Bauzeit taxiert Bruns-Berentelg auf fünf bis sechs Jahre.

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erstellt am 08.Mär.2017 | 16:24 Uhr

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