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Hamburg

28. März 2017 | 14:15 Uhr

Kaum Elektromobilität in Hamburg : E-Autos bleiben weiter auf der Strecke

vom

Der Ausbau der Ladenstationen verzögert sich. Trotz hohem Zuwachs fahren nur 0,5 Prozent aller Autos elektrisch.

Hamburg | Auf Hamburgs Straßen stinkt und qualmt es, als hätten die Hanseaten von einer Elektrowende noch nichts gehört. 8685 rußige Dieselfahrzeuge sind allein im vergangenen Jahr neu hinzugekommen, berichtet der Landesbetrieb Verkehr in seiner aktuellen Statistik. Aber nur 661 Kraftfahrzeuge mit elektrischem Antrieb. Und das, obwohl der Senat schon in 2014 eine Elektrooffensive angekündigt hatte.

„Hamburg treibt das Thema Elektromobilität erfolgreich voran und setzt für die wichtigsten Herausforderungen der Elektromobilität praktikable Lösungen um“, erklärte Wirtschafts- und Verkehrssenator Frank Horch vor anderthalb Jahren. Immerhin, gemessen am prozentualen Zuwachs war das Jahr 2016 ein Erfolg für die Elektromobilität in Hamburg. Um 16,2 Prozent ist die Anzahl der Elektro- sowie Elektro-Hybrid-Fahrzeuge auf 4752 gestiegen. Die Parkgebühren wurden für Elektroautos abgeschafft und das Netz der Ladestationen im Stadtgebiet ausgebaut.

Doch noch immer sind die E-Mobile im Stadtverkehr kaum sichtbar. Ihr Anteil erreicht nach den Zahlen des Landesbetriebs Verkehr nur 0,53 Prozent. Der bis 2016 geplante Ausbau des Ladenetzes auf 600 im Stadtgebiet verteilte Ladepunkte geriet unterdessen ins Stocken. Tatsächlich sind nach Auskunft von Richard Lemloh, Pressesprecher der Wirtschaftsbehörde, nur 300 realisiert worden - gerade einmal die Hälfte. Als Grund für die Verzögerung verweist Lemloh auf die langwierigen Abläufe bei den europaweiten Ausschreibungen im Beschaffungsverfahren. „Diese Engpässe bei der Materialbeschaffung sind nun aber überwunden, so dass mittlerweile genügend Material vorhanden ist, das verbaut werden kann“, stellt der Behördensprecher nun in Aussicht.

„Wichtig ist ein flächendeckendes Ladenetz“, meint Hans Duschl vom ADAC Hamburg. Auch das Umland müsse besser abgedeckt werden. „Es ist so ein Henne-Ei-Problem“, umschreibt er das Dilemma. Nur wenn die Fahrzeuge überall aufgeladen werden könnten, wären sie für die Autofahrer attraktiv. Zugleich aber wachse das Ladenetz nur im Verhältnis zur Nachfrage. Auch die Reichweite der Batterien müsse sich noch verbessern, um massentauglich werden zu können, vermutet Duschl. Die Probleme, die Hamburg bei seiner Elektrooffensive zeigt, seien vor allem bundesweiter Natur. Die Fahrzeuge seien trotz der Förderung durch die Bundesregierung noch sehr teuer, es fehlten verbindliche Standards für die Stromversorgung.

Tatsächlich beziffert die Wirtschaftsbehörde die Anzahl der verschiedenen RFID-Karten, mit denen an den Ladesäulen Strom getankt werden kann, auf über einhunderttausend innerhalb des deutschsprachigen Raums. An den von der städtischen Stromnetz Hamburg errichteten Ladepunkten seien sogar all diese Karten einsatzfähig. „Die Kompatibilität mit anderen Systemen und Bezahlplattformen ist bundesweit einzigartig“, konstatiert Lemloh. Jetzt hofft die Stadt auf den Ansturm der Kunden. Damit die Luft an den Straßen künftig besser wird.

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erstellt am 17.Mär.2017 | 16:36 Uhr

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