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Hamburg

20. Januar 2017 | 00:38 Uhr

Strategiepapier „Digital First“ : Digitalisierung in Hamburg: Werden Behördengänge bald unnötig?

vom

Der Senat sieht die Zukunft der städtische Verwaltung im Internet. Bald sollen Bürger online ihren Ausweis beantragen oder den Wohnsitz anmelden können.

Hamburg | Der Gang zum Amt soll in Hamburg zukünftig weitestgehend überflüssig werden und stattdessen zunehmend online ablaufen. Laut dem Hamburger Abendblatt möchte der Senat die städtische Verwaltung zu einem digitalen Dienstleister umbauen.

Hamburger müssen teilweise mehrere Monate auf einen Termin in ihrem Bezirksamt warten. Als Grund für die langen Wartezeiten gilt auch der Personalmangel in den Bezirksämtern.

Das Hamburger Abendblatt berichtete am Freitagmorgen von einem noch geheimen Strategiepapier mit dem Titel „Digital First“. Demnach soll jeder Bürger ein eigenes „Servicekonto“ erhalten, über das man online dann zum Beispiel einen Wohnsitz ummelden, einen Ausweis beantragen, ein HVV-Abo abschließen oder eine Karte für die Oper kaufen kann. Außerdem sollen auch Gebühren online bezahlt werden können. Alle Funktionen sollen auch über Handys und andere „mobile Endgeräte“ möglich sein.

Die Neuerungen sollen in erster Linie eine Vereinfachung für die Bürger darstellen. Wirtschaftlichkeit stehe nicht an erster Stelle. Jedoch gebe es auch das Ziel, „mittel- bis langfristig die Kosten zu senken“, erklärt der für Medien und Digitales zuständige Kulturstaatsrat Carsten Brosda (SPD) gegenüber dem Hamburger Abendblatt. „Es geht um Ressourcen-Effizienz und um Servicequalität. Ob und wann man damit Kosten sparen kann, wird man sehen. Es ist aber nicht die Triebfeder dieser Strategie.“

Im Rahmen dieses Service soll die Verwaltung künftig auch „proaktiv“ handeln. So könnten Eltern, die Anspruch auf einen Kita-Gutschein für ihr Kind haben (also fast alle), diesen zumindest für die fünfstündige Grundbetreuung automatisch erhalten und nicht erst auf Antrag.

Die Oberfläche des „Servicekontos“ soll nutzerfreundlich und übersichtlich gestaltet und eingegebene Date gespeichert werden, um Mehrfacheingaben zu verhindern. Außerdem soll der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz, Johannes Caspar, frühzeitig in die Planungen einbezogen werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Bürger „jederzeit nachvollziehen“ können, wer auf ihre Daten zugegriffen hat, heißt es laut Hamburger Abendblatt.

Trotzdem soll es auch weiterhin möglich sein, die Behörden persönlich oder per Telefon zu kontaktieren. Die Gewerkschaft Ver.di äußerte gegenüber dem Hamburger Abendblatt die Befürchtung, dass viele Menschen den persönlichen Kontakt vermissen werden und dass der Datenschutz, besonders im Falle einer Öffnung für gewerbliche Dritte, leiden könnte.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 12:46 Uhr

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