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Hamburg

11. Dezember 2016 | 05:15 Uhr

Auktion in Hamburg : Der erstaunliche Nachlass des Schauspielers Uwe Friedrichsen wird versteigert

vom
Aus der Onlineredaktion

In der Freien Akademie der Künste in Hamburg kommen mehr als 1000 Kunstwerke unter den Hammer.

Hamburg | Der Schüler in der legendären Gründgens-Inszenierung des „Faust“ am Hamburger Schauspielhaus, Uwe aus der „Sesamstraße“, Zollfahnder Zaluskowski in „Schwarz-Rot-Gold“ oder die Deutsche Stimme von Columbo – Uwe Friedrichsen, der bekannte Hamburger Schauspieler war bis zu seinem Tod im April dieses Jahres mehr als vielseitig. Weniger bekannt ist dagegen, dass der gebürtige Altonaer mindestens genauso vielseitig war, wenn es um das Sammeln von Kunst ging. Unmengen von Bildern, Skulpturen und Utensilien hat der 1934 geborene Ingenieurssohn zeitlebens zusammengetragen. Und Teile dieser Sammlung kommen jetzt unter den Hammer.

Ute Friedrichsen mit einem Portait ihres Mannes, gemalt von Jiri Keuthen aus dem Jahr 2000.

Ute Friedrichsen mit einem Portait ihres Mannes, gemalt von Jiri Keuthen aus dem Jahr 2000.

Foto: Kunsthandel Helmrich

Der Kunsthandel Helmrich bekam den Auftrag, die Sammlung des im Mai 1934 geborenen Hamburgers unter das Kunstvolk zu bringen. Aber wo fängt man da an? Die private Sammlung Friedrichsens mit Malereien und Grafiken des 20. Jahrhunderts, die jetzt unter den Hammer kommt, umfasst immerhin deutlich mehr als 1000 Objekte.

In den Versteigerungskatalog gelangten schließlich 1300 Exponate der modernen und zeitgenössischen Kunst. Darunter Werke des Leipziger Malers Neo Rauch, der als einer der Wegbereiter der „Neuen Leipziger Schule“ gilt, Herbert Zangs, dem eine deutliche Nähe zu Joseph Beuys nachgesagt wird, Bilder des sonst besonders für seine bildende Kunst bekannten Walter Libuda, oder aber Ivo Hauptmann, einer der konsequentesten Vertreter des Neoimpressionismus und Sohn von Dichter und Schriftsteller Gerhart Hauptmann.

Nicht nur Bilder stehen zum Verkauf - auch Skulpturen.

Nicht nur Bilder stehen zum Verkauf - auch Skulpturen.

Foto: Kunsthandel Helmrich
 

Wer bereit ist, das nötige „Kleingeld“ zu investieren, muss am 21. und 22. Oktober in die Freie Akademie der Künste nach Hamburg fahren. Eine Vorbesichtigung der Exponate ist bereits am Mittwoch vor dem Auktionstermin möglich.

Der gebürtige Altonaer galt als einer der bekanntesten Schauspieler in Deutschland. Gustaf Gründgens hatte ihn 1956 für seine legendäre „Faust“-Inszenierung ans Hamburger Schauspielhaus geholt, dessen Ensemble er bis 1968 angehörte. Danach war Friedrichsen in zahlreichen TV-Produktionen wie etwa der Krimiserie „Schwarz-Rot-Gold“ und der „Sesamstraße“ zu sehen.

Die Sammlung des verstorbenen Schauspielers umfasst zahlreiche Kunstwerke unterschiedlicher Genres.

Die Sammlung des verstorbenen Schauspielers umfasst zahlreiche Kunstwerke unterschiedlicher Genres.

Foto: Kunsthandel Helmrich
 

Auch als Hörbuch- und Synchronsprecher feierte Friedrichsen große Erfolge. So lieh er unter anderem Peter Falk, Jerry Lewis, Donald Sutherland und Gerad Depardieu seine Stimme.  Für den Intendanten des Norddeutschen Rundfunks, Lutz Marmor, hat die Schauspielwelt mit Uwe Friedrichsen einen Menschen verloren, der „aufrichtig, authentisch und humorvoll“ war. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz sagte nach dem Tod des Künstlers: „Uwe Friedrichsen gehörte auf die Hamburger Theaterbühne wie der Dom auf das Heiligengeistfeld. Seine künstlerische Arbeit war untrennbar mit seiner Heimatstadt verbunden.“ Friedrichsen sei ein starker Botschafter für den Norden gewesen und habe Generationen von Hamburgern ein Stück Heimatgefühl vermittelt.

Uwe Friedrichsen starb am Sonnabend, den 30. April, in einem Krankenhaus seiner Heimatstadt Hamburg.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 10:33 Uhr

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