zur Navigation springen

Hamburg

08. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Begehrte Auszeichnung von Gruner und Jahr : Das sind die ausgewählten Journalisten für den Nannen-Preis 2016

vom
Aus der Onlineredaktion

2015 war Pause. Jetzt wird der Nannen-Preis wieder verliehen. Wer Chancen auf die begehrte Auszeichnung hat.

Hamburg | Dem Nannen-Preis des Hamburger Zeitschriftenverlages Gruner und Jahr ist einiges abhanden kommen: sein Name, Geld und die Trophäe. Doch nach einer Pause in 2015 wird er am Donnerstagabend im Curio-Haus in Hamburg wieder verliehen. Nach Angaben des Verlages gab es sogar einen Rekord an Einsendungen. Demnach bewarben sich Journalisten mit 982 Beiträgen um den Preis - in sechs Kategorien wird es Sieger geben.

In den USA gibt es den Pulitzer-Preis, mit dem herausragende journalistische Arbeiten gewürdigt werden - auch international. Ein deutsches Pendant ist der Nannen-Preis, der aber national begrenzt bleibt. Nach der Verleihung 2014 gab es einen Eklat: Zwei Preisträger entschieden sich ihre Trophäe einschmelzen zu lassen - aus Kritik am Namensgeber Henri Nannen und seiner Rolle als Berichterstatter im Nationalsozialismus.

Im Vergleich zur letzten Vergabe 2014 wurde der Nannen-Preis deutlich abgespeckt. Das „Henri“ im Titel fehlt. Benannt wurde der Preis nach dem „stern“-Gründer Henri Nannen, das Magazin erscheint bis heute im Hause Gruner und Jahr.  

Man habe sich von dem Vornamen in der Bezeichnung verabschiedet, damit der Name „griffiger und moderner“ klinge, sagt Unternehmenssprecherin Manuela Proske. Henri Nannen hatte im Jahr 1977 den Egon-Erwin-Kisch-Preis für die besten deutschsprachigen Reportagen gestiftet. Dieser wurde 2005 in den bis 2014 vergebenen Henri-Nannen-Preis eingegliedert. Den „Henri“ gibt es nun nicht mehr und auch nicht seine Büste als Trophäe. Die Bronzefigur wird durch einen neugestalteten Siegerpreis ersetzt.

Auch das Preisgeld in Höhe von 35.000 Euro entfällt - der Verlag muss sparen. Das war auch der Grund, warum die Preisvergabe im vergangenen Jahr ausfiel. Im Zuge von Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen bei Gruner und Jahr hielt man die feierliche Zeremonie für „nicht angemessen“, hieß es vom Verlag.

Während der Pause wurde am Konzept des Preises gefeilt: Es soll mehr Journalismus geben und weniger Brimborium. Die Kleiderordnung bei der Vergabeveranstaltung, zu der rund 500 Gäste aus Politik, Wirtschafft, Medien und Gesellschaft erwartet werden, ist aufgehoben, zwei neue Preiskategorien wurden eingeführt: Web-Reportage und Inszenierte Fotografie. Zudem wird die Jury einen Sonderpreis vergeben.

Das sind die Nominierten und die Jury:

Kategorie Reportage (Egon Erwin Kisch-Preis)

- Wolfgang Bauer: Ein Prost auf Kim Jong Un, Zeit Magazin (erschienen am 19.03.2015)

- Bastian Berbner: Die Hölle, das ist der andere, Die Zeit (erschienen am 27.08.2015)

- Jan Christoph Wiechmann: Drei Krieger, Stern (erschienen am 09.04.2015)

Kategorie Dokumentation

- Wolfgang Bauer: „Ich bin jetzt eine andere. Das spüre ich. Jemand, den ich nicht kenne“, Zeit Magazin (erschienen am 09.09.2015)

- John Goetz, Antonius Kempmann, Georg Mascolo, Bastian Obermayer: All the best, Süddeutsche Zeitung (erschienen am 09.05.2015)

- Stefanie Flamm: Eine Pille für Oskar, Die Zeit (erschienen am 23.07.2015)

Kategorie Investigation

- Marcus Bensmann, David Crawford, Julia Brötz, Thorsten Franke, Ariel Hauptmeier, Jonathan Sachse, David Schraven, Benedict Wermte: Flug MH17 - Die Suche nach der Wahrheit, correctiv.org (erschienen am 09.01.2015)

- Jürgen Dahlkamp, Rafael Buschmann, Gunther Latsch, Udo Ludwig, Jörg Schmitt, Jens Weinreich: Sommer, Sonne, Schwarzgeld, Der Spiegel (erschienen am 17.10.2015)

- Nicole Heißmann, Christoph Henrichs, Wigbert Löer, Niklas Schenck, Oliver Schröm, Katharina Zingerle: Krebs. Geschäfte ohne Skrupel, Stern (erschienen am 18.11.2015)

Kategorie Web-Reportage

- Theresa Rentsch, Julius Tröger, Moritz Klack, André Pätzold, David Wendler, Max Boenke: M29 - Berlins Buslinie der großen Unterschiede, Berliner Morgenpost (erschienen am 13.01.2015)

- Dietmar Telser, Benjamin Stöß, Thorsten Schneiders: Der Zaun, der-zaun.net (erschienen 12/2014/aktualisiert 4/2015)

- Jakob Vicari, Christian Beetz, Jens-Uwe Grau: Falcianis Swissleaks, arte (erschienen am 11.12.2015)

Kategorie Fotoreportage

- Evegnia Arbugaeva - Der nordische Zauberer, Mare

- Andy Spyra - „Ich bin jetzt eine andere. Das spüre ich. Jemand, den ich nicht kenne.“, Zeit Magazin

- Arne Svenson - Die Welt ist mir zuviel, Zeit Magazin

Kategorie Inszenierte Fotografie

- Adrian Sonderegger, Jojakim Cortis - Trauen Sie ihren Augen nicht!, Geo

- Anand Varma - Gesucht: die Superbiene, National Geographic Deutschland

- Vincent van de Wijngaard - Nächste Station: Wedding, Zeit Magazin

Die Jury

Klaus Brinkbäumer (Der Spiegel), Ulrike Demmer (Redaktions-Netzwerk Deutschland), Tina Hassel (ARD), Marion Horn (Bild am Sonntag), Christian Krug (Stern), Christoph Kucklick (Geo), Giovanni di Lorenzo (Die Zeit), Mathias Müller von Blumencron (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Annette Ramelsberger (Süddeutsche Zeitung), Ulrich Reitz (Focus), Christoph Schwennicke (Cicero) und Andreas Wolfers (Henri-Nannen-Schule).

 
zur Startseite

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 16:58 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen