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Hamburg

05. Dezember 2016 | 21:47 Uhr

WindEnergy-Messe : Das große Thema Offshore: Windenergie-Branche trifft sich in Hamburg

vom
Aus der Onlineredaktion

Bei der Messe WindEnergy hat sich die Windrichtung gedreht. Der Windkraft-Ausbau an Land ebbt ab, die Branche widmet sich der Offshore-Enegiegewinnung.

Hamburg | Bei der Hamburger Windenergie-Messe WindEnergy dreht sich in der kommenden Woche (27.-30.9.) alles um Rotoren, Getriebe und Fundamente. Mehr als 1200 Aussteller aus 34 Nationen stellen ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Erwartet werden rund 33.000 Fachbesucher aus aller Welt. Die Veranstaltung, die erst zum zweiten Mal nach 2014 in Hamburg abgehalten wird, hat sich damit als Weltleitmesse ihrer Branche etabliert. Sie zielt auf den internationalen Markt. Zur Eröffnung am Dienstag hat sich auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) angesagt.

Die Lage der Windenergie-Branche ist grundsätzlich gut, doch die Märkte verändern sich. „Die globalen Wachstumstreiber für den Ausbau der erneuerbaren Energien bleiben weiterhin intakt und führen insgesamt auch künftig zu weiterem Wachstum“, sagt Günter Tallner von der Commerzbank. Der weltweite Energiebedarf wächst; der Klimawandel, die unsichere Versorgungslage bei anderen Energieträgern und abnehmende Kosten stützen die Nachfrage nach erneuerbaren Energien.

Rotorblätter und Mastsegmente für Windkraftanlagen von Siemens lagern in Esbjerg (Dänemark). Die Windkraftanlagen von Siemens sind für den Offshore Windpark „Sandbank“ des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall in der Nordsee vorgesehen.
Rotorblätter und Mastsegmente für Windkraftanlagen von Siemens lagern in Esbjerg (Dänemark). Die Windkraftanlagen von Siemens sind für den Offshore Windpark „Sandbank“ des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall in der Nordsee vorgesehen. Foto: dpa

Das gilt vor allem für die Windenergie auf See. An Land flacht sich die Wachstumskurve langsam ab, auch wenn Länder wie Kanada, Mexiko und Südafrika hier noch große Investitionen planen. Dagegen geht es bei der Offshore-Windenergie weltweit erst richtig los. Experten sehen enorme Wachstumspotenziale. Bei großen Energieverbrauchern wie den USA und China stecke die Entwicklung der Offshore-Windenergie noch in den Kinderschuhen, während Europa ein ganzes Stück weiter und damit auch Technologieführer sei. „In den nächsten zehn Jahren wird der Anteil der Offshore-Windenergie beim jährlichen Zubau von 5 auf 25 Prozent zunehmen“, heißt es bei der Commerzbank. Das eröffnet den deutschen Offshore-Herstellern Siemens und Senvion neue Exportchancen, ebenso wie Zulieferern und Dienstleistern.

Deutsche Windkraftanlagen an Land - hier sind die Unternehmen Enercon und Nordex erste Adressen - haben weltweit einen guten Ruf. Schon jetzt liegt der Exportanteil der deutschen Hersteller bei rund 50 Prozent, doch da ist noch Luft nach oben. „Für den Export brauchen wir aber einen starken Heimatmarkt“, fordert Andreas Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Offshore Windenergie in Berlin.

In der deutschen Nord- und Ostsee wird der Ausbau der Windenergie jedoch bald abgebremst. Nur bis zum Jahr 2020 ist der Weg klar. Die Kapazitäten vor der Küste von heute 3,5 Gigawatt werden sich auf mehr als 7 Gigawatt verdoppeln. Das entspricht ungefähr fünf bis sechs großen Kernkraftwerken oder rund 1500 Windkraftwerken. Doch danach greift das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), und aus dem Strom wird ein Rinnsal. In den Jahren 2021 und 2022 dürfen noch jeweils 500 Megawatt Offshore-Windkraft dazu gebaut werden, von 2023 bis 2025 dann 700 Megawatt. Die Begrenzung soll den Strompreis in Schach halten, über den der Ausbau der Offshore-Windenergie wesentlich finanziert wird.

Gleichzeitig werden die Anlagen immer größer und leistungsfähiger. Gegenwärtig sind Windkraft-Anlagen von 3,8 bis 6,2 Megawatt Leistung im Bau, doch sind schon Kraftwerke mit 8,0 Megawatt auf dem Markt und bestellt. 10 Megawatt Leistung und mehr scheinen technologisch machbar. Folge: In den 2020er Jahren wird jährlich nur noch ein neuer Windpark in der Nordsee gebaut. „Der Faden könnte reißen“, befürchtet Wagner. Um technologisch vorn zu bleiben und die Kosten mehr und mehr zu senken, müssten kontinuierlich neue Projekte geplant und gebaut werden - auch in Deutschland.

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erstellt am 25.Sep.2016 | 10:56 Uhr

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