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Streit nach Fast-Absage : Das Drama um das Blankeneser Osterfeuer 2017

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Erst wird das Osterfeuer verboten, dann erlaubt. Nun droht ein Nachspiel. Ein Schauspiel in fünf Akten. Mindestens.

Hamburg | Tradition. Leuchtende Kinderaugen. Gemeinschaftsstiftend. Die Blankeneser lieben ihe Osterfeuer. Bis zur Verklärung. Doch seit 2016 sind die Osterfeuer in Gefahr. Wind und Hamburger Behörden drohen, ihnen den Garaus zu machen. In diesem Jahr eskaliert die Lage. Eine Provinzposse vom Elbufer der Metropole.

1. Akt (Ostersamstag 2016): lodernde Flammen, spritzende Feuerwehr, weinende Kinder

Schon 2016 rückte die Feuerwehr in Blankenese aus und löschte eines der Osterfeuer.

Schon 2016 rückte die Feuerwehr in Blankenese aus und löschte eines der Osterfeuer.

Foto: Bodo Marks/dpa

Nur eines der vier geplanten Ostereuer durfte abbrennen, zwei wurden erst gar nicht angezündet. Eines musste die Feuerwehr löschen. Von einem „regelrechten Funkenflug“ spricht die Feuerwehr. Von „vielen Tränen bei den Kindern“ ist die Rede. Sogar Feuerwehrschläuche sollen durchgeschnitten worden sein, um das Löschen zu verhindern.

 

2. Akt (Sommer 2016): Es ist warm, aber es wird kalt. Bei Südwind

Mitte Juni, bei mehr als 20 Grad, wird es verkündet: So kann es nicht bleiben. Die Blankeneser müssen sich auf kältere und dunklere Zeiten einstellen, schreibt das „Hamburger Abendblatt“. Grund: Jürgen Langbehn vom zuständigen Bezirksamt Altona hat für künftige Osterfeuer in Blankenese Spelregeln verkündet. Die wichtigste: kein Feuer bei Südwind. Denn dann werden die Funken das Blankeneser Treppenviertel hinaufgetrieben, können eventuell sogar Häuser entzünden.

 

3. Akt (Ostersamstag, zunächst): Das Feuer fällt aus. Schlechte Laune kommt auf

Die Behörden untersagen die Blankeneser Osterfeuer. Grund: zu starker Wind. Aber der weht gar nicht aus Süd, sondern aus Nordwest. Dabei sei es immer nur um Südwind gegangen. Anwohner sind wütend. Sie schicken ihre Kinder raus zum Demonstrieren. Auf Twitter gibt es ein Bild, auf dem Erwachsene und Kinder Transparente hochhalten: „Kinderträume zerstört“, ist dort zu lesen. Oder. „Bezirksamt bringt Kinder zum Weinen“. Auf stern.de gibt des daraufhin heftige Kritik: „Schämt euch! So instrumentalisieren Blankeneser Eltern ihre Kinder“, schreibt Redakteur Jens Maier. „In Blankenese scheint der Wutbürger zu Hause zu sein.“

4. Akt  (Ostersamstag, ab 20 Uhr): Das Feuer brennt doch. Der Wind weht auch. Nicht aus Süd.

 

Am Abend geben die Behörden nach. Jubel am Elbstrand. Auf Twitter kursiert ein Video, das zeigen soll, wie der Wind die Funken Richtung Hang treibt.  Auch auf einem Foto sieht es beeindruckend aus.

 

Am Ende löscht die Feuerwehr eines der Osterfeuer. Ein Reetdachhaus wird vorsorglich mit Wasser besprüht.

 

5. Akt (Ostersonntag und danach): Glutnester, Anschuldigungen und die Frage nach den Kosten

Es glüht am Elbstrand, Glutnester. Die Feuerwehr rückt aus, um ein Übergreifen auf Büsche und Hecken zu verhindern. Zuvor wurde eine Liste erstellt mit Ansprechpartnern unter den Anwohnern für die Feuerwehr. Doch jetzt ist die Liste weg. Warum? Da steht Aussage gegen Aussage. Und es kursiert ein Gerücht in Blankenese: Die Anwohner sollen für die Feuerwehr zahlen. Dafür seien Juristen und die Gebührenstelle zuständig, sagt ein Feuerwehrsprecher dem NDR.

Fortsetzung folgt. Wohl noch vor Ostern 2018.

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erstellt am 18.Apr.2017 | 15:00 Uhr

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