zur Navigation springen

Hamburg

27. September 2016 | 08:59 Uhr

Insolvente Reederei : Containerschiff „Hanjin Europe“ darf den Hamburger Hafen verlassen

vom

Viele Frachter der insolventen Reederei Hanjin stecken in oder vor den Häfen fest. Das gilt auch für Hamburg - die „Hanjin Europe“ steckte fest, die „Hanjin Harmony“ darf nicht rein.

Hamburg/Seoul | Das Containerschiff „Hanjin Europe“, das nach der Pleite der koreanischen Reederei Hanjin seit mehr als zwei Wochen im Hamburger Hafen festsitzt, kann am Freitag wieder auslaufen. Die „Hanjin Europe“ werde den Hafen mit dem Hochwasser um kurz nach 17 Uhr verlassen, bestätigte die Hafenbehörde HPA am Donnerstag. Bis dahin werde das Schiff bebunkert und ausgerüstet, damit es die kommenden 30 Tage auf See verbringen kann. Welcher Hafen angelaufen werden soll, sei nicht bekannt.

Die Aussicht auf eine Rettung der mit umgerechnet fast fünf Milliarden Euro verschuldeten Hanjin Shipping ist düster. Zwar hat das Unternehmen per Gerichtsbeschluss die Chance erhalten, bis zum 25. November einen neuen Rettungsplan vorzulegen. Doch eine Sanierung gilt als äußerst unsicher. 

Das Schiff lag seit Ende August am Kai von Eurogate fest, weil es Hafenkosten wie Lotsen, Schlepper und Liegegebühren nicht bezahlen konnte. Wie die Probleme gelöst wurden, war im Detail zunächst nicht zu erfahren. Da die Reederei mit der Insolvenz auch ihre Kundschaft verloren hat, dürfte es keine neue Ladung für das Schiff geben.

Das Containerschiff „Hanjin Europe“ ist nicht das einzige Schiff, das vor oder in einem Hafen festsitzt. Bis zum Dienstag war der größte Teil der nach eigenen Angaben 142 Schiffe umfassenden Hanjin-Flotte von Container- und Massengut-Frachtern noch außer Betrieb. Die meisten von ihnen saßen voll beladen vor Häfen fest, ganze Lieferketten sind gestört.

So unter anderem auch die „Hanjin Harmony“, die zur Zeit im Golf von Biskaya dümpelt und Waren im Wert von 2,6 Millionen Euro an Bord hat. Dabei handelt es sich um Saisonwaren, die rechtzeitig ankommen müssten. Sonst könnten sie weggeschmissen werden und das Weihnachtsgeschäft müsse ausfallen, berichtete das Hamburger Abendblatt. Es geht dabei zum Beispiel um Weihnachtskalender und Weihnachtsbeleuchtung aber auch um Mode und Haushaltgeräte.

Auf der Karte sehen Sie, wo sich die Containerschiffe „Hanjin Europe“ und „Hanjin Harmony“ in diesem Augenblick genau befinden. Auch die „Hanjin Africa“, die zuletzt im Juli den Hamburger Hafen besuchte und nun im roten Meer auf Anweisungen wartet, finden Sie auf der Karte.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Sep.2016 | 14:57 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen