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Hamburg

09. Dezember 2016 | 18:22 Uhr

Feuer im Hamburger Hafen : Containerschiff CCNI Arauco: Einsatz dauert wohl noch übers Wochenende

vom

Das Löschen mit CO2 brachte keinen Erfolg, jetzt soll der Laderaum bis zu 70 Prozent geflutet werden. Ein Ende des Einsatzes ist noch nicht in Sicht.

Hamburg | Im Hamburger Hafen versuchen immer noch 50 Feuerwehrleute den Brand auf dem Containerfrachter unter Kontrolle zu bringen und ein Auseinanderbrechen des Schiffes zu verhindern. „Wir rechnen damit, dass die Löscharbeiten auch heute noch nicht abgeschlossen werden können und sich aufs Wochenende ausweiten“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Freitag.

Löscharbeiten dauern an
Foto: Sebastian Peters

Der Laderaum der 300 Meter langen „CCNI Arauco“, wo der brennende Container steht, wurde in der Nacht zum Freitag drei Mal mit CO2-Löschmitteln geflutet. Das Gas sollte dem Feuer die brennbare Atmosphäre entziehen. Dadurch konnte das Feuer jedoch nicht gelöscht werden, teilte die Feuerwehr mit. Deshalb wollen die Einsatzkräfte den Laderaum mit bis zu 70 Prozent Wasser fluten. Hierzu sollen die Laderaumluken geschlossen bleiben und das Löschwasser über die Lüftungsdeckel eingebracht werden.

 

Die Hamburger Feuerwehr bestätige gegenüber shz.de, dass sich Gefahrengüter an Bord des Schiffes befinden. Sie sollen jedoch nicht in der Nähe des Brandbereiches sein. Zur Menge und Art der Ladung konnte die Feuerwehr allerdings keine Angaben machen. Medienberichten zufolge sollen auf dem Containerfrachter rund 1250 Tonnen Gefahrgüter geladen sein.

Einsatzkräfte
Foto: Sebastian Peters

Nach ersten Erkenntnissen entwickelte sich der Brand am Donnerstagnachmittag bei einer Verpuffung während Schweißarbeiten an Bord des Schiffes. Dabei wurden drei Arbeiter leicht verletzt und mussten nach Polizeiangaben in Krankenhäuser gebracht werden.

Feuerwehr close

Die Feuerwehr konnte nur von oben ins Schiff einsteigen, um den Brandherd unterhalb der Wasserlinie zu erreichen. Zeitweise waren rund 300 Einsatzkräfte mit fünf Löschzügen, zwei Löschbooten, zwei zu Hilfe gerufenen Hafenschleppern, mehreren freiwilligen Einheiten im Hafen vor Ort. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag musste der Frachter mit Hilfe von Wasserwerfern heruntergekühlt werden. Die Temperatur sei am Freitagmorgen allerdings nach wie vor hoch, heißt es.

<p>Am Burchardkai in Waltershof ist die Fracht des Containerschiffs Arauco der chilenischen Hamburg-Süd-Tochter CCNI in Brand geraten.</p>

Am Burchardkai in Waltershof ist die Fracht des Containerschiffs Arauco der chilenischen Hamburg-Süd-Tochter CCNI in Brand geraten.

Foto: rtn

Die Rauchentwicklung war extrem und weithin sichtbar. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Fenster und Türen wegen der Rauchentwicklung geschlossen zu halten. Die Meldung wurde am Freitagmittag aufgehoben. Am Donnerstag hatte Westwind den Rauch über Othmarschen, Ottensen, die Altstadt, Teile der Innenstadt und des Hafens getrieben.

<p>Auf dem am Terminal Burchardkai liegenden Schiff ist am Mittag ein Feuer ausgebrochen.</p>

Auf dem am Terminal Burchardkai liegenden Schiff ist am Mittag ein Feuer ausgebrochen.

Foto: dpa

Seit Jahren gibt es Kritik an der aktuellen Generation der Hamburger Löschboote, weil die für eine Brandbekämpfung solcher riesiger Schiffe nicht mehr geeignet sind. Die Kräfte mussten deshalb über Teleskopmastfahrzeuge an Deck des Schiffes gelangen.

Fortlaufend Bilder vom Einsatzort liefert eine Webcam:

 

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

 
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erstellt am 02.Sep.2016 | 09:45 Uhr

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