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Hamburg

09. Dezember 2016 | 18:33 Uhr

Mammazentrum : Chemotherapie: Wie eine Hamburger Klinik den Haarausfall stoppt

vom

Ihre Haare während der Chemotherapie zu verlieren, ist für viele Frauen schlimm. Eine Hamburger Klinik will helfen.

Hamburg | Eine Chemotherapie nahezu ohne Haarausfall - eine neuartige Kühltherapie im Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem soll dies möglich machen. „Nach der Diagnose ist der Haarausfall die schrecklichste Erfahrung für Patientinnen“, erklärte Dr. Kay Friedrichs, einer der medizinischen Leiter des Mammazentrums am Krankenhaus Jerusalem am Donnerstag bei der Vorstellung des Geräts.

Die Diagnose Krebs ist eine einschneidende Erfahrung, und die Chemotherapie bringt zudem schwere Nebenwirkungen mit sich. Wenn sie gelindert werden können, können die psychischen Folgen unter Umständen ebenfalls gemindert werden.

Die speziellen Kühlkappen sollen Haarausfall deutlich reduzieren. Die Frauen tragen während der Chemotherapie-Sitzungen eine Kühlkappe, die die Kopfhaut kontinuierlich auf fünf Grad herunterkühlt. Dadurch verengen sich die Blutgefäße, sodass nicht die volle Dosierung der toxischen Medikamente an die Haarwurzeln gelangen kann. Da die Therapie nicht bei allen Patientinnen sinnvoll ist, wird zunächst die Haarstruktur genau ermittelt.

„Mein erster Gedanke war nicht, dass ich sterben muss, sondern, dass mir die Haare ausfallen werden“, erinnerte sich Michelle Euzet. Die 44-Jährige hat die Hälfte ihrer Chemotherapie hinter sich gebracht und freut sich weiter über volles Haar. „Ich bin sehr froh, dass ich entscheiden kann, wem ich von meiner Krankheit erzähle und es mir niemand ansieht“, erklärte sie.

Die therapeutische Maßnahme finanziert die Hamburger Klinik durch Spenden. Ein Kühlapparat kostet 80.000 Euro. Bis Ende 2018 soll die Behandlung ohne zusätzliche Kosten für die Patientinnen angeboten werden können, hieß es.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 16:21 Uhr

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