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Hamburg

05. Dezember 2016 | 19:39 Uhr

Hamburg : CDU fordert Videoüberwachung am Jungfernstieg

vom

An einer der besten Adressen in Hamburg versammeln sich immer mehr Unruhestifter. Der CDU reicht es.

Hamburg | Alkoholgelage, Pöbeleien, Prügeleien: Das „Wohnzimmer“ der Hansestadt, der Jungfernstieg, gehört nicht mehr zu den besten Adressen in Hamburg, seit Grüppchen von Jugendlichen und Männern − Deutsche wie Ausländer − Hamburgs Prachtmeile für sich als Treffpunkt entdeckt haben. Die Hamburger CDU reagiert auf die zunehmende Kriminalität und fordert eine Videoüberwachung.

Die Meinungen darüber, ob der Jungfernstieg möglicherweise zum sozialen Brennpunkt verkommt, gehen in Hamburg auseinander. Ansässige Gastronomen beklagen Vandalismus. Die Polizei spricht von einem „Kriminalitätsschwerpunkt“. Trotz der jüngsten Häufung von Vorfällen sei die Lage aber nicht anders als den Sommern zuvor. Das Thema hat mittlerweile auch die Politik auf den Plan gerufen.

Erst am vergangenen Wochenende hatte es am Jungfernstieg wieder Festnahmen gegeben: Beim Alstervergnügen hatten sich junge Männer geprügelt, einer warf eine Flasche nach einem Beamten.

Die Polizei hat die Szene seit Jahren im Visier, seit 2012 versucht sie, die Unruhestifter und Aggressoren mit dem Konzept „Binnenalster“ in Schach zu halten. „Wir brauchen keine Hundertschaften. Wichtig ist es, Präsenz zu zeigen“, sagt Polizeisprecher Timo Zill. Dementsprechend sei die Hamburger Polizei am Jungfernstieg insbesondere bei schönem Wetter und an den Wochenenden im Einsatz. Vom späten Nachmittag bis in den späten Abend gehen wechselnd und je nach Großwetterlage jeweils zwei Uniformierte in Begleitung eines Jugendschutzbeamten in Zivil Streife, es sind Diensthunde und die Reiterstaffel im Einsatz.

Nach Ansicht der CDU-Bürgerschaftsfraktion reicht das nicht. Sie fordert den rot-grünen Senat in einem Antrag auf, durch „dauerhafte Polizeipräsenz, den Einsatz von Videoüberwachung und verstärkte Kontrollen die Situation endlich zu befrieden“.

Ein Anreiz für viele „Problemjugendliche“, sich abends am Jungfernstieg zu versammeln, sei außerdem der vom dortigen Apple Store angebotene freie Internetzugang. Aus Sicht des innenpolitischen Sprechers der CDU, Dennis Gladiator, müsse der Senat mit dem Technologiekonzern ausloten, ob zumindest temporär in den Abend- und Nachtstunden das WLAN abgestellt werden könne.  

Der CDU-Antrag soll am 28. September eingebracht werden. Der Polizeisprecher wollte sich zu den Forderungen nicht äußern.

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erstellt am 08.Sep.2016 | 19:35 Uhr

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