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Hamburg

04. Dezember 2016 | 07:03 Uhr

Geschichte des Museumsschiff : Cap San Diego feiert Jubiläum - vom Frachter zum Museumsschiff

vom
Aus der Onlineredaktion

55 Jahre alt, seit 30 Jahren in Hamburg: Die Cap San Diego gehört zur Stadt wie der Michel. Ein Blick in die Geschichte.

Hamburg | Die Cap San Diego feiert in diesem Jahr Jubiläum: Seit 30 Jahren ist das Museumsschiff in Hamburg - meist an seinem Liegeplatz an der Überseebrücke - und vor 55 Jahren wurde der Frachter gebaut. Am Freitag, dem 16. September 2015, wird das mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Dann ist sie ohne Eintritt von Bug bis Heck, von Maschine bis Brücke zu besichtigen, und das bei laufendem Betrieb. Denn da die Cap San Diego am Sonnabend, 17. September, auf große Jubiläumsfahrt fährt, laufen bereits die Maschine und die Hilfsdiesel, das Ladegschirr arbeitet und die Brücke wird besetzt sein. Am Sonnabend legt der weiße Schwan des Südatlantiks dann pünktlich um elf Uhr ab, und macht sich medienwirksam auf den Weg nach Rio de Janeiro. Ganz nach Brasilien schafft sie es aber nicht, „aber immerhin in die Richtung“, sagt Kapitän und Geschäftsführer Jens Weber. Schon vor Stade dreht das Schiff allerdings ab, um zur nachmittäglichen Traditionsschiffparade im Rahmen des Elbfestes wieder in Övelgönne zu sein. Ab Sonntag, 18. September, ist sie dann gewohnt täglich von 10 bis 18 Uhr für Besucher als schwimmendes Hotel und Museumsschiff an der Überseebrücke.

Einen Einblick gibt auch der virtuelle Rundgang auf der Webseite der Cap San Diego. Auf dem Museumsschiff, das die Crew und 45 ehrenamtliche Seemänner im Ruhestand in Schuss halten, kann man auch schlafen. Eigentümerin des Schiffes ist die Stiftung Hamburger Admiralität.

Einen Eindruck von einer Fahrt mit der Cap San Diego zeigt dieses Zeitraffer-Video:

Das sind die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der Cap San Diego:

15. Dezember 1961: Stapellauf

Nach acht Monaten Bauzeit läuft die Cap San Diego bei der Deutschen Werft AG Hamburg-Finkenwerder vom Stapel. Reederei ist die Hamburg-Südamerikanische Dampfschiffahrts-Gesellschaft Egger & Aminck, das Schiff wird am 27. März 1962 abgeliefert. Die Cap San Diego ist 159,40 Meter lang und 21,47 Meter breit und wiegt 6700 Tonnen.

30. März 1962: Erste Reise nach Südamerika

Wenige Tage nach der Übergabe nimmt die Cap San Diego den Liniendienst zwischen Europa und der Ostküste Südamerikas auf. 120 Rundreisen fuhr das Schiff zwischen 1962 und 1981 - eine Rundreise dauert etwa 60 Tage.

10. Dezember 1981: Erster Verkauf

Der Stückgutfrachter wird an die spanische Reederei Ybarra verkauft. Von nun an fährt das Schiff unter panamesischer Flagge und heißt nur noch San Diego. Der zweite Verkauf folgt im Frühjahr 1986 - die Cap San Diego wird an die Multitrade Schipping Inc., Monrovia verkauft, in Sangria umgetauft und fährt unter der Flagge der Karibikinseln St. Vincent & Grenadien, Heimathafen Kingstown.

12. August 1986: Heimathafen Hamburg

Am 12. August 1986 kauft die Hansestadt Hamburg den Frachter - unmitttelbar vor dem Verschrottungstermin. Am 27. August macht die Sangria in Cuxhaven fest, die Mannschaft geht von Bord. Freiwillige richten das Schiff her - es ist in einem desolaten Zustand. „Teile der Aufbauten sind kaum mehr bewohnbar, das Ladegeschirr ist nur noch eingeschränkt funktionstüchtig und das Schiffsinventar unvollständig“, heißt es auf der Webseite der Cap San Diego. Aus der Sangria wird wieder die Cap San Diego. Zunächst liegt sie an einen vorübergehenden Liegeplatz am Kirchenpauerkai, danach in Neumühlen.

So sah die Cap San Diego im Juni 1987 aus:

 

18. bis 29. August 1987: Instandsetzung

Die Cap San Diego wird in Dock 15 der Werft HDW generalüberholt. Ab Oktober 1989 liegt das Museumsschiff an der Außenkante der Überseebrücke, ein Jahr später, am 9. November 1990, findet sie ihren endgültigen Liegeplatz an der Innenkante der Überseebrücke. In den Neunzigern wird das Schiff auch wieder fahrtüchtig gemacht. 

6. Mai 1988: Neuer Besitzer

Die Stifftung Hamburger Admiralität übernimmt die Cap San Diego und macht sie zum Museumsschiff.

16. Juni 1995: Erste Fahrt nach Brunsbüttel

Die Cap San Diego fährt nach Brunsbüttel. Am 20. Juni nimmt sie als größter Museumsfrachter an den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum des Nord-Ostsee-Kanal teil. 300 Gäste sind auf dieser Reise durch den Kanal bis Kiel an Bord.

6. Dezember 2001: Preisträchtig

Der World Ship Trust verleiht der Cap San Diego den „Maritim Heritage Award“.

Die „Cap San Diego“ gilt mit ihren 160 Metern als der größte fahrtüchtige Museumsfrachter der Welt. Für fünf Tage liegt sie in Kiel.
Die „Cap San Diego“ gilt mit ihren 160 Metern als der größte fahrtüchtige Museumsfrachter der Welt. Für fünf Tage liegt sie in Kiel.
 

1. Dezember 2003: Denkmal

Die Cap San Diego ist maritimes Denkmal: Das Schiff wird vom Denkmalschutzamt Hamburg unter der Nummer 1406 in die Denkmalsliste eingetragen.

Blick in den Maschinenraum der Cap San Diego. Fotos: dpa
Blick in den Maschinenraum der Cap San Diego. Fotos: dpa

Sommer 2005: Schlafen auf der Cap San Diego

Die Cap San Diego erhält im Juni 2005 eine Hotelkonzession für die Passagierkabinen und die Kapitänssuite, im Juli  wird die Pool Bar eröffnet.

Die Cap San Diego von außen.
Die Cap San Diego von außen.
 

März 2006:  Wieder im Dock

17 Tage verbringt das Schiff in der Werft im Schwimmdock 10 bei Blohm + Voss Repair zur Wiedererlangung der Klasse. Die Kosten von rund zwei Millionen Euro finanziert die Hamburger Admiralität zur Hälfte aus Spendengeldern, die andere Million Euro stellt die Hansestadt zur Verfügung. Danach erhält die Cap San Diego das Klassenzeichen „100 A5 (K50)“ vom Germanischen Lloyd und den Fahrterlaubnisschein der Seeberufsgenossenschaft.

1. August 2014:

Zum ersten Mal unternimmt die Cap San Diego mit 500 Passagieren eine abendliche Hafenrundfahrt.

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erstellt am 09.Sep.2016 | 13:36 Uhr

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