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Hamburg

09. Dezember 2016 | 16:29 Uhr

Grüne in Hamburg : Bundestagswahl: Anja Hajduk und Manuel Sarrazin sind Spitzenduo

vom

Die beiden Politiker sitzen bereits im Bundestag. Niemand trat gegen die beiden an.

Hamburg | Zehn Monate vor der Bundestagswahl haben die Hamburger Grünen mit Anja Hajduk und Manuel Sarrazin wie erwartet ihr Spitzenduo bestimmt - doch die Landesvorsitzende Anna Gallina musste überraschend einen Dämpfer hinnehmen: Sie verlor bei der Landesmitgliederversammlung die Abstimmung um Platz drei gegen die eher unbekannte Jennifer Jasberg. Die sichtlich enttäuschte Gallina zog sich zunächst mit Parteifreunden zurück, erst dann trat sie vor die Mikrofone. „Das ist natürlich eine Niederlage, das fühlt sich nie gut an“, sagte sie. Das ändere aber nichts, sei kein Dämpfer für ihre bisherige Arbeit. „Ich werde die Partei als Landesvorsitzende in den Wahlkampf führen.“

Hajduk kam mit 170 von 188 gültigen Stimmen auf Platz eins der Landesliste für die Bundestagswahl im Herbst 2017. Sie erhielt eine Zustimmung von gut 90 Prozent. Der 34-jährige Sarrazin erreichte für Platz zwei 172 von 209 Stimmen (rund 82 Prozent). Jedoch hatten die beiden Bundestagsabgeordneten für ihre Positionen keine Gegenkandidaten. Erst bei Platz drei konnten sich die gut 200 Mitglieder im Bürgerhaus Wilhelmsburg zwischen zwei Bewerbungen entscheiden. Gallina erhielt 89 Ja-Stimmen, die gleichaltrige Jasberg, Kreisvorsitzende in Hamburg-Bergedorf, 115. Gallina ist seit Juni 2015 Landesvorsitzende. „Unsere Partei ist gerne für eine Überraschung gut“, sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) zu dem Ergebnis.

Man müsse unterscheiden: Es sei bei dieser Wahl nicht um den Landesvorsitz gegangen, sondern um einen Listenplatz für die Bundestagswahl. Gallina werde als Vorsitzende im Wahlkampf gebraucht. Ziel der Hamburger Grünen ist es, ihre zwei Bundestagsmandate zu halten. Acht Listenplätze wurden insgesamt vergeben.

Die Aufregung um die Schlappe für Gallina ließ eine Botschaft, die auf der Mitgliederversammlung immer wieder zu hören war, für einen Moment in den Hintergrund treten. Angesichts der Erfolge von Populisten in den USA und in Europa hatten die Kandidaten in ihren Bewerbungsreden die besondere Bedeutung dieser Bundestagswahl unterstrichen. „Es geht darum, die offene Gesellschaft zu verteidigen“, sagte Hajduk. „Das wird ein anderer Wahlkampf als zuvor.“ Sarrazin forderte seine Partei auf: „Lasst uns sagen und zeigen, dass wir wissen, dass es um viel geht.“ Laut Hajduk wird der Amtantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump ein „Einschnitt in der Geschichte des sogenannten Westens“. „Das wird uns auch in Deutschland betreffen und auf vielfältige Weise herausfordern“, sagte sie. In Deutschland müsse man sich zudem ernsthaft mit der starken AfD auseinandersetzen. Die Grünen müssten Probleme - etwa bei der Integration - offen ansprechen.

Hajduk betonte in ihrer Rede, die Grünen sollten sowohl für eine Koalition mit der Union als auch mit den Linken offen sein. „Wir sollten nicht so dumm sein und irgendwelche Varianten ausschlagen“, sagte sie.

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erstellt am 26.Nov.2016 | 16:53 Uhr

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