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Hamburg

08. Dezember 2016 | 12:54 Uhr

Ausstellung in Hamburg : Bucerius Kunstforum zeigt Nachfolger von Hieronymus Bosch

vom

„Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch“ heißt die neue Ausstellung zum 500. Todesjahr des Künstlers Hieronymus Bosch.

Hamburg | Fabelwesen, Dämonen, Engel und Heilige bevölkern die Gemälde des niederländischen Malers Hieronymus Bosch (um 1450-1516). Zum 500. Todesjahr von Hieronymus Bosch (um 1450-1516) zeigt das Bucerius Kunstforum in Hamburg von Samstag an die Ausstellung „Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch“. Zu sehen sind rund 80 Kupferstiche und 15 Gemälde von Künstlern der folgenden Generation, die die Bildsprache des niederländischen Malers aufgegriffen, über die Druckgrafik verbreitet und weiterentwickelt hatten. „Uns interessierte die Frage, welche Rolle Hieronymus Bosch bereits zu Lebzeiten und im Jahrhundert nach seinem Tod für die nachfolgenden Künstler spielte“, sagte Kurator Michael Philipp am Donnerstag in Hamburg. Die Schau läuft bis zum 11. September.

Themen des Mittelalters wie die Vorhölle, die Sieben Todsünden (Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit), Heilige und Narren oder Redewendungen seien auch heute noch aktuell.„In einer Zeit, in der es kaum noch Tabus gibt und nahezu jeder machen kann, was er will, gibt es auch heute eine Suche nach moralischen Maßstäben“, sagte Philipp. So seien in der Schau auch Sprichwortdarstellungen zu sehen, die an ihrer Aktualität nichts eingebüßt hätten. „An dem Spruch “Die großen Fische fressen die kleinen„ hat sich bis heute nichts geändert“, sagte der Kurator.

Seiner Meinung nach sei Hieronymus Bosch ein kirchentreuer Mensch gewesen, der mit seinen fantastischen Darstellungen der Hölle seinen Zeitgenossen zeigen wollte: „Wenn ihr im Diesseits so weitermacht, werden Euch im Jenseits solche Dinge passieren.“ Die Entwicklung des Bürgertums im 16. Jahrhundert habe die christlichen Glaubensvorstellungen verschoben: „Die Jenseits-Angst hat sich abgeschwächt, so dass es mehr auf die moralischen Fragen ankommt, wie man sich im Diesseits verhalten soll“, sagte Philipp.

Dazu trugen künstlerische Werke bei, die auf ironische Art unerwünschte Verhaltensweisen, die „verkehrte Welt“, kritisierten. So verkörperte der Narr alles, was der Bürger nicht sein wollte: er galt als unmoralisch, irrational, asozial und impulsiv.

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erstellt am 02.Jun.2016 | 15:15 Uhr

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