zur Navigation springen

Hamburg

09. Dezember 2016 | 04:57 Uhr

Containerschiff im Hamburger Hafen : Brand auf „CCNI Arauco“ unter Kontrolle - Einsatz geht weiter

vom

„Feuer aus“ meldet die Feuerwehr noch nicht. Das Löschen und Bergen kann sich noch bis in die nächste Woche ziehen.

Seit Donnerstag wütete der Brand auf dem 300 Meter langen Containerschiff „CCNI Arauco“ im Hamburger Hafen - am Samstagmorgen haben die Feuerwehrleute den Brand unter Kontrolle gebracht. Man könne zwar noch nicht mit Sicherheit „Feuer aus“ melden, die Flammen seien aber vollständig mit Löschschaum bedeckt, sagte Feuerwehrsprecher Torsten Wessely am Samstagmorgen. Dennoch könnten sich die endgültigen Lösch- und Bergungsarbeiten bis in die kommende Woche hinziehen.

Die Feuerwehr habe in der Nacht zu Samstag rund 45.000 Liter Schaum durch eine Belüftungsluke in das betroffene Ladedeck der „CCNI Arauco“ gepumpt, um die Flammen zu ersticken. Die „Arauco“ liegt am Buchardkai in Waltershof.

 

Es sei ein sehr zeit- und kräfteintensiver Einsatz gewesen, sagte Torsten Wessely. Die beiden vorherigen Löschversuche waren zuvor gescheitert. Am Freitagmittag hatten die Einsatzkräfte ihre Strategie geändert, nachdem das dreifache Einbringen von CO2 an Bord die Flammen nicht ersticken konnte. So entschied die Einsatzleitung in Absprache mit dem Germanischen Lloyd, der Reederei und dem Kapitän, den 300 Meter langen Frachter mit Elbwasser zu fluten, um ihn weiter abzukühlen. Mit Wasserwerfern vom Burchardkai sowie vom Mehrzweckschiff „Neuwerk“ aus pumpten die Retter 40.000 Liter pro Minute in den Laderaum am Heck des Riesenfrachters. Ziel war es, die Temperatur im Inneren so weit abzusenken, dass die Landluke geöffnet werden konnte. Das Fluten des Schiffes habe gestoppt werden müssen, um die Statik des Schiffes nicht zu gefährden, sagte Wessely. Dann kam der Schaum zum Einsatz.

Der Löschschaum müsse zudem stetig erneuert werden, weil er nach und nach in sich zusammensacke, erklärte der Feuerwehrsprecher.Schaum zum Löschen einzusetzen, sei eine der letzten Maßnahmen, zu denen man bei einem solchen Feuer greife. Es sei sehr teuer, aufwendig und personalintensiv, Feuer mit solchen Mengen Löschschaum zu bekämpfen, sagte Wessely. Die Firmen Airbus und Holborn Raffinerie hatten dazu große Mengen des Schaums zur Verfügung gestellt. „Es ist immer so, dass die einen den anderen mit Schaum aushelfen“, sagte Wessely. Für die Unterstützung der beiden Firmen sei die Feuerwehr sehr dankbar.

Die Temperatur werde nun stetig kontrolliert, sagte der Feuerwehrsprecher. Als nächstes werde die Feuerwehr in das Schiffsinnere vordringen und überprüfen, ob das Feuer wirklich aus sei. Es gebe keine Rauchgasentwicklung mehr, das Hafenbecken sei gesichert. Außerdem musste eine weitere Luke am Schiff geöffnet werden, um den Laderaum auf Glutnester zu überprüfen.

Das gelang am Samstagmittag. Dazu war schweres Gerät notwendig, weil die Die 20 mal 20 Meter große durch die Hitze verkantet war. Das Innere des Ladedecks sei nun besser zugänglich. Dass es weitere Glutnester gebe, könne noch nicht ausgeschlossen werden. Weil der Laderaum randvoll mit Löschschaum und zahlreichen Containern ist, sei die Sicht ins Innere weiterhin verdeckt.

Sollte das Feuer aus sein, kann der Löschschaum wieder aus dem Laderaum abgepumpt werden. Eine Spezialfirma muss ihn dann fachgerecht entsorgen.

Fachbehörden, darunter eine Bergungsfirma, die Versicherung und die Reederei, berieten am Samstag über die Bergung der einzelnen Container aus dem betroffenen Laderaum. Es sei nötig, sie einzeln anzuheben und zu öffnen. Die Feuerwehr vermute, dass sich Mobiliar, Farben, Plastik, Kunststoffe und Küchengeräte darin befinden. Von Gefahrgut gehe man nicht aus.

Das Feuer auf dem Containerschiff brach am Donnerstagnachmittag während Schweißarbeiten im Heckbereich aus. Die Flammen breiteten sich anschließend unter Deck aus. Drei Arbeiter wurden leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Die Hamburger hatten Spezialgruppen zur Schiffsbrandbekämpfung der Feuerwehren aus Kiel und Cuxhaven hinzugezogen. Innensenator Andy Grote (SPD) twitterte: „Großer Dank schon jetzt an alle Einsatzkräfte für diesen wirklich fordernden Marathoneinsatz!“

Es habe keine Gefahr bestanden, dass die Flammen auf Container mit Gefahrgut übergreifen könnten, versicherte die Feuerwehr. Die rund 1250 Tonnen gefährliche Fracht lagern demnach ausschließlich im vorderen Bereich der „Arauco“. Das Containerschiff ist 300 Meter lang, 48 Meter breit, fährt unter der Flagge Liberias und gehört zur Altonaer Reederei NSC.

Die Schadenshöhe ist völlig unklar. An Bord befand sich vermutlich Waren mit einem Wert im dreistelligen Millionenbereich. Hinzu kommen die Beschädigungen an dem erst 2015 gebauten Schiff selbst.

zur Startseite

von
erstellt am 03.Sep.2016 | 16:28 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen