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Hamburg

03. Dezember 2016 | 18:46 Uhr

Sicherheitskonzept der Polizei : Bluttaten in Bayern schrecken nicht ab - Hamburgs Sommerdom gestartet

vom

Die jüngsten Gewalttaten in Bayern haben zu Diskussionen über Sicherheitsfragen bei großen Veranstaltungen geführt. Auf dem nun gestarteten Hamburger Volksfest Sommerdom ändert die Polizei ihr Konzept erst einmal nicht.

Hamburg | Am Autoscooter dröhnt laut die Musik, gegenüber fahren kleine Kinder winkend im „Hanse Train“, der Duft gebrannter Mandeln liegt in der Luft: Der Hamburger Sommerdom lockt seit Freitag wieder auf das Heiligengeistfeld. Nach den drei Bluttaten in Bayern wird deutschlandweit verstärkt über die Sicherheit bei großen Volksfesten diskutiert. Beim Wacken Open Air 2016 gibt es einige Änderungen.

Schausteller und Besucher des Sommerdoms bleiben gelassen. „Wir gehen davon aus, dass nichts passiert“, sagt Sascha Belli, Vorsitzender des Landesverbandes der Schausteller. Die Hamburger Polizei will ihr Sicherheitskonzept vorerst nicht ändern, beobachtet die Lage aber genau.

Jan Tönjes und Corinna Lindeboom aus Ostfriesland sind am Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein auf der Amüsiermeile unterwegs. „Uns schreckt das nicht ab“, sagt der 18-jährige Tönjes zu den jüngsten Ereignissen. Etwas aufmerksamer sei man aber schon. Die beiden schlendern vorbei am mehr als 100 Jahre alten Karussell der Familie Vespermann. „Ausschließen kann man nichts, aber ich habe keine Angst“, sagt Seniorchefin Emmy Vespermann, die seit 1959 dabei ist.

Die Veranstalter rechnen nicht damit, dass die Sorge vor Anschlägen zu weniger Besuchern führt. Wie in den Vorjahren werden bis zum 28. August rund drei Millionen Besucher erwartet. „Die ausschlaggebende Komponente für Besucherresonanz ist eigentlich immer das Wetter“, sagt Franziska Hamann, Referatsleiterin in der für den Dom zuständigen Wirtschaftsbehörde.

Sowohl der Amokläufer von München als auch der mutmaßliche Täter im mittelfränkischen Ansbach waren mit einem Rucksack unterwegs. Doch Rucksackverbote oder Einlasskontrollen soll es auf dem Hamburger Dom nicht geben. Man will beim bewährten Sicherheitskonzept bleiben. „Wir sind wachsam und sensibel“, sagt Polizeisprecher Jörg Schröder. „Anlassbezogene Kontrollen können vorgenommen werden.“ Das Personal werde erst einmal nicht aufgestockt, die genaue Zahl der eingesetzten Beamten will die Polizei nicht nennen.

Seit Juni gibt es eine neue Polizeiwache auf dem Heiligengeistfeld. Sie ist besetzt, wenn im Millerntor-Stadion gespielt wird oder der Dom läuft. Schon kurz vor der Eröffnung des Jahrmarktes treffen uniformierte und zivile Beamte ein, erhalten von Polizeikommissar Rainer Fiehn eine Einweisung - dann gehen Beamten immer zu zweit auf Streife. „Hier wird schon seit Jahren ein hoher Kräfte-Einsatz von verschiedenen Einheiten gefahren“, sagt Fiehn. Acht Bildschirme übertragen Aufnahmen aus der Wache und von verschiedenen Kameras auf dem Gelände.

Ausgerissene Jugendliche, Taschendiebstähle oder Schlägereien - das sind die Vorfälle, die die Beamten üblicherweise auf dem Dom beschäftigen. Oft geht es auch um die Einhaltung von Vorschriften auf dem Gelände. „Moment, junger Mann“, ruft Polizeioberkommissar Michael Skabrada bei einem Rundgang einem Fahrradfahrer zu, denn Räder sind auf der Meile verboten. Der 46-Jährige glaubt nicht, dass das Volksfest Ziel eines Anschlags werden könnte. „Ich gehe von einem normalen Dom-Verlauf aus.“

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erstellt am 29.Jul.2016 | 19:17 Uhr

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