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Hamburg

04. Dezember 2016 | 04:52 Uhr

Hamburg : Bitte ein BID: Wie der Steindamm schöner werden soll

vom
Aus der Onlineredaktion

Straßenthaeter und Wintermarkt: Der Steindamm soll ein Business Improvement District (BID) und so aufgewertet werden.

Hamburg | Döner-Allee, Klein-Kabul, Schmuddelmeile - die Straße Steindamm in Hamburg-St. Georg trägt viele Beinamen, die wenigsten sind schmeichelhaft. Die 800 Meter lange Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Lohmühlenstraße ist in Teilen verdreckt, gerade in Bahnhofsnähe dominieren Sexshops und Spielhallen, Prostituierte, Bettler und Trinker prägen das Bild. Ansässige Grundeigentümer wollen dies nun ändern. Der Steindamm soll Business Improvement District (BID) werden und so aufgewertet werden. „Ein BID Steindamm ist eine einmalige Chance“, sagt Quartiersmanager Wolfgang Schüler, der die Idee seit Langem vorantreibt, aber immer noch nicht am Ziel ist. Etliche Geschäftsleute im Viertel wollen nicht mitziehen – und nicht mitbezahlen.

Ein Dutzend BIDs gibt es in der Hansestadt, vom edlen Neuen Wall bis hin zur eher unspektakulären Waitzstraße in Othmarschen, die am Mittwoch offiziell diesen Status erhielt. In solchen Aufwertungsdistrikten zahlen anliegende Ladenbesitzer in einen Topf ein, aus dem Verschönerungs- und Werbemaßnahmen finanziert werden. Im Idealfall ergibt sich eine Win-Win-Win-Situation: Die Geschäftsleute ziehen mehr Kunden an, die Stadt spart Geld und die Besucher freuen sich über ein aufgehübschte Umgebung.

Win-Win-Win-Situation für alle? Im Fall Steindamm freilich liegen die Dinge etwas anders. Dort hatten Schüler und seine Mitstreiter schon vor anderthalb Jahren ihre Pläne vorgelegt (Motto: „Bitte ein BID“), werden aber von Kritikern ausgebremst. Unter anderem von Hartmut Sebold, dem am Steindamm zehn Grundstücke gehören. Ein BID sei unnötig, löse die eigentlichen Probleme nicht und koste die Anrainer zu viel Geld. „Die Stadt will irgendwas verändern, und wir sollen das bezahlen“, sagt Sebold, der auch den Multikulti-Basarcharakter St. Georgs in Gefahr sieht.

Weil auch andere Grundeigentümer die Vorschläge ablehnten, mussten Schüler und Co. nacharbeiten und abspecken. Dies sei inzwischen geschehen, sagt der Quartiermanager, der das Ergebnis in Kürze vorlegen will. So viel könne er schon sagen: „Die Kosten wurden deutlich reduziert.“ Wie viel jeder Geschäftsinhaber in die BID-Kasse wird zahlen müssen, ist weiterhin unklar.

Schüler versichert den Skeptikern, dass es weniger um bauliche als um kulturelle Veränderungen gehen werde. „Ziel ist es, den Steindamm für alle Hamburger erlebbar zu machen. Wir wollen hier nicht die Straße mit Marmor bepflastern, sondern ein Marketing- und Kultur-BID machen und uns der Sauberkeit annehmen.“ Tatsächlich ist Vermüllung unbestritten eines der drängendsten Probleme. Gemeinsam mit der Stadtreinigung soll das BID dauerhaft für Sauberkeit sorgen, ein neuer „Kümmerer“ sich des Themas annehmen. Andere Ideen für das Facelifting sind unter anderem Straßentheater und ein Wintermarkt.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 17:40 Uhr

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