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Werbekampagne : Birkenstock-Geschäftsführer verklagt Kunsthaus Hamburg wegen Foto

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Eine Künstlerin nutzt für eine Ausstellung im Kunsthaus Hamburg ein Werbefoto der sechsjährigen Tochter des Birkenstock-Geschäftsführers.

Hamburg | Im juristischen Streit um ein Werbefoto zwischen dem Geschäftsführer des Sandalenherstellers Birkenstock und dem Kunsthaus Hamburg gibt es noch keine Entscheidung. Die norwegische Künstlerin Ida Ekblad hatte in einer Ausstellung einen Ausschnitt der Werbekampagne des Unternehmens, auf dem die kleine Tochter des Geschäftsführers zu sehen ist, an die Wände des Hamburger Kunsthauses tapeziert und mit einem Schriftzug verfremdet; sie zeigte das Bild auch auf ihrer Instagram-Seite. Dagegen wehrte sich die Familie des Birkenstock-Geschäftsführers Oliver Reichert am Freitag vor dem Hamburger Landgericht.

Mehr als zwei Stunden lang trugen die Anwälte ihre Argumente vor. Am Gründonnerstag will die Pressekammer den Tenor ihrer Entscheidung verkünden - es sei denn, die Parteien können sich noch darauf einigen, in einer Mediation nach einer Lösung zu suchen.

Kunstfreiheit versus Urheberrecht

Birkenstock-Geschäftsführer Oliver Reichert und der Fotograf der Werbekampagne Anders Overgaard klagten wegen Verletzung des Urheberrechts.

Ein Sprecher der Familie Reichert hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt, es gehe der Familie um die besonders schutzwürdigen Persönlichkeitsrechte der kleinen Tochter, und weniger um den Konflikt Kunstfreiheit versus Urheberrecht.

Der „Welt am Sonntag“ hatte der Sprecher im März auch gesagt: „Die Künstlerin scheint einer Generation anzugehören, die unbedarft mit Bildrechten umgeht.“ Darin liege der Kern des Problems, und deswegen müsse die Entscheidung jetzt dem Gericht überlassen werden.

Beginn der Verfahren

Der Fall führte zu mehreren, parallel laufenden Verfahren. Am Freitag wird es in einem Eilverfahren vor der Pressekammer nur um den Bildrechte-Streit zwischen der Familie Reichert und dem Kunsthaus gehen. Ob es an dem Tag schon eine Entscheidung geben wird, ist nach Auskunft eines Gerichtssprechers unklar.

Das Verfahren, das die Künstlerin betrifft, ist abgetrennt. Die Anträge des Fotografen, der Kunsthaus und Künstlerin vorwarf, das Urheberrecht verletzt zu haben, wurden von einer anderen Kammer bereits abgewiesen.

Erneute Eröffnung der Ausstellung

Ida Ekblad hatte die Birkenstock-Werbekampagne laut dem Bericht der „Welt am Sonntag “ im März verarbeitet, weil das darin abgebildete Mädchen Kindheitsbildern der Künstlerin selbst verblüffend ähnlich sieht. Ekblad hat das Porträt inzwischen gegen ein Kinderfoto von sich ausgetauscht. Damit konnte die Ausstellung wieder eröffnet werden.

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erstellt am 07.Apr.2017 | 15:55 Uhr

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