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Mobile Anti-Terror-Sperren : Beton-Sperren halten Lkw nicht stand – kein Einsatz in SH

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Aus der Onlineredaktion

Die Blöcke sollen Menschen bei Großveranstaltungen schützen, bestehen den Crashtest mit einem Lkw aber nicht.

Leipzig/Hamburg | Die auch in Hamburg verwendeten mobilen Anti-Terror-Sperren aus Beton halten einem Angriff mit einem Lastwagen nicht stand. Das haben zwei Tests der Prüfgesellschaft Dekra im Auftrag des MDR-Magazins „Umschau“ ergeben, wie der Mitteldeutsche Rundfunk in Leipzig mitteilte. In Schleswig-Holstein würden diese Anti-Terror-Sperren nach Angaben der Polizei nicht eingesetzt. Es gebe darüber keine polizeilichen Erkenntnisse, sagt Jürgen Börner, Sprecher des Landespolizeiamtes auf Nachfrage.

Die überprüften Betonblöcke wurden den Angaben zufolge bundesweit zum Schutz von Großveranstaltungen eingesetzt. Nach schleswig-holsteinischem Recht sind für das Einsetzen derartiger Sperren private Veranstalter beziehungsweise bei öffentlichen Events kommunale Ordnungsbehörden zuständig, sagte Börner. Die Polizei ist Beratungsinstanz. Börner betonte, bei Einsatzlagen an neuralgischen Punkten könne die Polizei ergänzend schwere mobile Fahrzeuge als Sperre einsetzen.

Grundsätzlich seien technische Sperren ohne Sicherungspersonal jedoch wenig wirksam. Zudem müssten Sperren hinsichtlich ihrer subjektiven Wirkung auf die Öffentlichkeit - Schüren von Ängsten oder Vermittlung von sichtbarer Sicherheit - und ihrer objektiven Zweckmäßigkeit beurteilt werden.

Die in der Hansestadt zuständige Innenbehörde wollte am Dienstag auf Nachfrage nichts dazu sagen: „Dazu äußern wir uns aus einsatztaktischen Gründen nicht.“

Bei den Tests in Neumünster fuhr ein Lastwagen mit Tempo 50 auf die Betonsperren auf. Einmal standen die Sperren quer zur Fahrtrichtung, einmal schräg. Scheinbar mühelos habe der Lkw die 2,4 Tonnen schweren Betonblöcke beiseite geschoben und die Absperrungen durchbrochen, hieß es in einem MDR-Hörfunkbeitrag. Zwar sei der Lkw beim Aufprall beschädigt worden. Aber die Aufhaltewirkung sei „relativ gering“ gewesen, sagte Dekra-Testleiter Marcus Gärtner. Bei den Testpollern handele es sich um die schwersten derzeit auf dem Markt angebotenen Betonblöcke.

Der getestete Fahrzeugtyp entspreche dem, der bei dem Anschlag von Nizza mit 84 Toten genutzt wurde. Der bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verwendete Lkw war noch erheblich größer.

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erstellt am 11.Apr.2017 | 14:34 Uhr

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