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Hamburg

30. September 2016 | 12:02 Uhr

A7-Deckel in Hamburg : Beschluss des Senats: Altona bekommt den XXL-Lärmschutz

vom

Mit dem Beschluss geht die Stadt weit über das gesetzlich geforderte Maß hinaus. 100.000 A7-Anwohner sollen davon profitieren.

Hamburg | Nun wächst wohl endgültig zusammen, was die Autobahn einst auseinanderriss: Der Senat hat am Dienstag den Bau eines langen Lärmdeckels über der A7 im Bereich des Bezirks Altona beschlossen. Die begehbare Tunneloberfläche soll die Stadtteile Bahrenfeld und Othmarschen wieder vereinen. „Ein wichtiges Stück Stadtreparatur“, schwärmten Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) und Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD).

Der Ausbau der A7 geht voran: Ein Viertel der Bauarbeiten ist geschafft, das Projekt ist im Zeitplan. Drei Tunnelbauten sollen in Schnelsen, Stellingen und Altona entstehen, die für Lärmschutz und ein besseres Zusammenwachsen der angrenzenden Stadtteile sorgen. Von Hamburg Nord-West bis Bordesholm wird die Autobahn verbreitert.

Hamburg gehe mit dem Beschluss für den Langdeckel bewusst weit über das gesetzlich erforderliche Maß an Lärmschutz hinaus. Im Zuge der A7-Verbreiterung auf acht Spuren muss der Bund in Altona lediglich 730 Meter Lärmschutzröhre finanzieren. Die Stadt legt aus eigenen Mitteln zusätzliche 1500 Meter obendrauf. Rund 200 Millionen Euro stelle Hamburg dafür bereit, sagte Horch, der das Vorhaben als ideale Verbindung von Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik sieht. „Wenn die Anwohner durch ein ausgeklügeltes Lärmschutzkonzept Lebensqualität gewinnen, kann man das Projekt nur als Paradebeispiel erfolgreicher Verkehrsplanung bezeichnen.“ Etwa 100.000 Anwohner der A7 sollen vom Lärmschutz profitieren.

Ihre Bereitschaft zur XXL-Version hat die rot-grüne Stadtregierung an ein massives Wohnungsbauprogramm an den Rändern der schallisolierten Autobahn geknüpft. Die Bezirke haben sich verpflichtet, dort insgesamt 3200 Wohnungen zu errichten: 2500 in Altona und 700 in Eimsbüttel. Stapelfeldt: „Der Gewinn an Lebensqualität in Altona ist verbunden mit umfangreichem Wohnungsbau – und das ist ein Gewinn für ganz Hamburg.“

Der Deckel soll von der Anschlussstelle Othmarschen im Süden bis in den Bereich Volkspark im Norden reichen. Der Tunnel wird 42 Meter breit und rund fünf Meter hoch. Unter der Haube verschwinden auch die Auf- und Abfahrt Bahrenfeld sowie die Auffahrt Othmarschen in Fahrtrichtung Flensburg.

Wie schon bei den in Bau befindlichen A7-Lärmtunneln Schnelsen und Stellingen wird die Deckeloberfläche auch in Altona 1,20 Meter hoch mit Boden aufgeschüttet, um dort Parks und Kleingärten anzusiedeln. Teils ziehen Kleingärten vom Rand der A7 dorthin um. Die freiwerdenden Flächen werden zu Bauland.

Verschwindet die Asphaltschneise unter Beton, dann sollen auch getrennte Teile historischer Parkanlagen wieder zusammenwachsen. Das gilt für den Bonnepark und Lutherpark in Altona. Die großen Ost-West-Durchgangsstraßen Bahrenfelder Chaussee und Osdorfer Weg führen künftig über das Autobahndach. Baubeginn soll um die Jahreswende 2019/20 sein, der Bau soll rund vier Jahre dauern.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 18:43 Uhr

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