zur Navigation springen

Hamburg

03. Dezember 2016 | 07:54 Uhr

UN-Generalsekretär in Hamburg : Ban Ki Moon holt sich Preis ab und trifft Joachim Gauck

vom

Erst Nachhaltigkeitspreis, dann Festrede beim Internationalen Seegerichtshof: Ban Ki Moon ist zu Gast in Hamburg.

Hamburg | Un-Generalsekretär Ban Ki Moon und Bundespräsident Joachim Gauck sind am Freitag in Hamburg zusammengekommen. Dafür gab es zwei Gründe: Den Internationalen Seegerichtshof und einen Nachhaltigkeitspreis.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist nicht zuletzt für seine Verdienste um den Klimaschutz mit dem Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises geehrt worden. Die undotierte Auszeichnung wurde am Freitag in Hamburg verliehen. Sie gilt als höchste Auszeichnung für umwelt- und sozialverantwortliches Handeln in Deutschland. Schon unmittelbar nach seinem Amtsantritt 2007 habe Ban Ki Moon den Klimawandel als „die bestimmende Herausforderung unserer Zeit“ benannt, hieß es zur Begründung.

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte, in Ban Ki Moons Amtszeit sei der Beschluss der Agenda 2030 mit den Nachhaltigkeitszielen gefallen. „Die Agenda ist der ehrgeizigste Plan, der jemals gegen die Armut und gegen die Zerstörung unseres Planeten aufgestellt worden ist.“ Deutschland wolle zum Gelingen beitragen, wenn es im nächsten Jahr die G20-Präsidentschaft übernehme. Dazu komme das historische Pariser Klimaabkommen. „Kein Generalsekretär vor Ihnen konnte im Laufe seiner Amtszeit zwei derart bedeutende Gipfelergebnisse verzeichnen.“

Ban Ki Moon dankte für die Auszeichnung. Das Klimaabkommen werde am 4. November in Kraft treten. Es müsse nunmehr zu Handlungen und zählbaren Ergebnissen führen. „Wir haben einen Plan. Was wir jetzt brauchen, sind Taten.“ Der 72-Jährige dankte ausdrücklich Kanzlerin Angela Merkel und Deutschland für die mutige Aufnahme vieler Flüchtlinge. 65 Millionen Menschen weltweit seien auf der Flucht. Zugleich rief er die Vereinten Nationen zur Einigkeit auf. Uneinigkeit sei die Ursache, dass der Syrien-Konflikt immer noch nicht gelöst sei.

In seiner Laudatio würdigte der Aufsichtsratsvorsitzende der Otto-Group, Michael Otto, Ban Ki Moons Verdienste. Mit einem einzigen Satz habe er klargestellt, wie wichtig Nachhaltigkeit sei: „Es kann keinen Plan B geben, denn es gibt keinen Planeten B.“ Beide Abkommen „wären ohne ihren Einsatz und ihre Überzeugungskraft nicht möglich gewesen“.

Im vergangenen Jahr hatte der ehemalige portugiesische Ministerpräsident und frühere UN-Flüchtlingskommissar António Guterres den Ehrenpreis erhalten. Guterres soll nächster Generalsekretär der Vereinten Nationen werden. Ban Ki Moons zweite Amtszeit läuft Ende des Jahres aus.

Initiator des Nachhaltigkeitspreises ist der Wissenschaftsjournalist Stefan Schulze-Hausmann. Die Auszeichnung ist eine Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Kooperation mit der Bundesregierung. Die eigentlichen Nachhaltigkeitspreise werden am 25. November in Düsseldorf vergeben.

Ban Ki Moon war auch zur 20. Jubiläumsfeier des Internationalen Seegerichtshofs (ITLOS) im Hamburger Rathaus um 14.30 Uhr eingeladen. Als Ehrengast stand auch Bundespräsident Joachim Gauck auf der Liste. Beide sollten eine Festrede halten.

Der ITLOS ist zuständig für die Auslegung der Internationalen Seerechtskonvention, die von mehr als 160 Staaten unterzeichnet wurde. Der Gerichtshof gehört somit zur UN-Familie, ist aber keine Tochterorganisation. Er hatte am 1. Oktober 1996 seine Arbeit in Hamburg aufgenommen. Seit 2000 verhandeln und urteilen die 21 Richter aus aller Welt in einem eigenen Gebäude unweit der Elbe in Hamburg-Nienstedten.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Okt.2016 | 08:25 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen