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Hamburg

06. Dezember 2016 | 16:58 Uhr

Hamburg : Arbeitsagentur: Hälfte der Flüchtlinge hat Qualifikation oder Berufserfahrung

vom

Von den insgesamt knapp 46.000 Flüchtlingen in Hamburg sind etwa 15.000 in der Arbeitsmarktstatistik der Hansestadt erfasst.

Hamburg | Die Hälfte der nach Hamburg gekommenen und bei der Arbeitsagentur gemeldeten Flüchtlinge haben eine formale Qualifikation oder Berufserfahrung mitgebracht. „50 Prozent derjenigen, die in unseren Systemen erfasst sind, verfügen über eine formale oder nonformale, aber verwertbare fachliche, schulische Qualifikation, die in Richtung Fachkraft, Spezialist, Experte geht“, sagte Arbeitsagenturchef Sönke Fock am Dienstag. Bei 20 Prozent müsse angenommen werden, „dass sie (...) ein Helferpotenzial zeigen“.

Ende August seien insgesamt rund 15.000 Menschen aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern in der Hamburger Arbeitsmarktstatistik erfasst gewesen. Von ihnen gelten knapp 5000 als arbeitslos. 10.000 seien arbeitssuchend, „weil sie in entsprechenden Fördermaßnahmen sind“.

Hamburgs rot-grüner Senat hat im vergangenen Oktober das Programm „W.I.R. - work and integration for refugees“ gestartet, über das systematisch das berufliche Können von Flüchtlingen ermittelt werden soll. Angesprochen werden sollen anerkannte Flüchtlinge, aber auch Flüchtlinge, deren Verfahren noch läuft oder die über eine Duldung verfügen. Laut Sozialbehörde sind seither rund 3500 Flüchtlinge in das System aufgenommen und knapp 2500 Lebenslagenberatungen sowie knapp 4200 berufsbezogene Beratungen absolviert worden.

Insgesamt lebten Ende August in Hamburg nach Senatsangaben knapp 46.000 Flüchtlinge, knapp 13.000 stammen aus Afghanistan, gefolgt von Syrien (rund 8000), Iran (etwa 3300) und Irak (etwa 2700). Fast zwei Drittel aller Flüchtlinge (63,4 Prozent) seien Männer. Rund ein Viertel aller Schutzsuchenden sei minderjährig.

Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) sprach von einer „großen Herausforderung in der deutschen Arbeitsvermittlung“. Das neue Integrationsgesetz helfe jedoch. So entfalle die bislang bestehende Vorrangprüfung für drei Jahre. Außerdem hätten Flüchtlinge die Chance auf fünf Jahre sicheren Aufenthalt, wenn sie eine Ausbildung absolvieren und im Anschluss vom Betrieb übernommen werden. „Wir werden die Geflüchteten deshalb mit einer Kampagne unter dem Motto ,Ausbildung - Deine Wahl! Deine Chance!' über diese Möglichkeit informieren und dafür werben, hier eine Ausbildung zu beginnen“, kündigte Leonhard an.„Nach rund einem Jahr ist Rot-Grün also zu der Erkenntnis gekommen, dass vor allem fehlende Deutschkenntnisse eine Eingliederung der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt massiv erschweren“, kritisierte die flüchtlingspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Karin Prien.

Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass im Rahmen von W.I.R. bis Ende des Jahres die Qualifikation von 10.000 Flüchtlingen festgestellt werden soll. „Auch von dieser großspurigen Ankündigung sind jetzt nur noch 4000 Registrierte bis Ende des Jahres übrig geblieben.“ Priens FDP-Kollegin Jennyfer Dutschke forderte neue Ansätze in der Bildungs- und Berufsqualifikation. „Rot-Grün muss dringend Konzepte vorlegen, wie man auch den Flüchtlingen Teilhabe ermöglichen kann, die gar nicht qualifiziert sind.“

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erstellt am 13.Sep.2016 | 18:02 Uhr

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