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Hamburg

10. Dezember 2016 | 07:58 Uhr

Sturmgewehre und Panzerwagen für die Polizei : Anti-Terror-Kampf in Hamburg: „Die Bundeswehr brauchen wir nicht mehr“

vom

Hamburg investiert 4,5 Millionen Euro in Ausrüstung, um sich für Terroranschläge, Amokläufe und Geiselnahmen zu wappnen.

Hamburg | Hamburgs Polizei rüstet im Kampf gegen den Terror kräftig auf. Innensenator Andy Grote (SPD) und Polizeipräsident Ralf Martin Meyer haben am Montag neue Sturmgewehre, Helme, Schutzwesten sowie einen Panzerwagen der Öffentlichkeit vorgestellt. Insgesamt investiert die Hansestadt 4,5 Millionen Euro in die bessere Ausstattung ihrer Ordnungshüter.

Beamte der BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit) präsentieren die neue Schutzausrüstung: die ballistische Schutzweste SK4, einen ballistischen Schutzhelm SK1+ und ein Sturmgewehr von Haenel.
Beamte der BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit) präsentieren die neue Schutzausrüstung: die ballistische Schutzweste SK4, einen ballistischen Schutzhelm SK1+ und ein Sturmgewehr von Haenel. Foto: dpa

Die Polizei wappne sich gegen terroristische Angriffe, Amokläufe, Geiselnahmen und Ähnliches, sagte Grote und verwies auf die Anschläge von Paris, Brüssel und anderswo. Auf diese „neue Qualität der Bedrohung“ durch hochprofessionelle, schwer bewaffnete Extremisten müsse die Hansestadt vorbereitet sein – auch wenn es zurzeit keine konkreten Hinweise auf geplante Anschlagsziele in Hamburg gebe, betonte der Senator. Polizeipräsident Meyer nannte es „unabdingbar“, sich umfassend auf schwerste Einsatzszenarien einstellen.

Bemerkenswerteste Neuerung im Arsenal ist ein martialisch anmutender Panzerwagen mit der Bezeichnung „Survivor“, der schwer bewaffnete Einheiten direkt an neuralgische Punkte bringen soll. Das zehn Tonnen schwere und sechs Meter lange Gefährt ist rundum gepanzert, verfügt über Schießscharten, Allrad-Antrieb und Vollgummireifen. Das Fahrzeug des österreichischen Herstellers Achleitner gehört zur Schutzklasse 4 und soll auch dem Beschuss aus durchschlagsstarken militärischen Langwaffen - wie Kalaschnikows - standhalten. Trotz seines hohen Gewichts kann der „Survivor“ (238 PS) mit bis zu Tempo 100 unterwegs sein.

Auch Streifenpolizisten bekommen eine bessere Ausstattung.
Auch Streifenpolizisten bekommen eine bessere Ausstattung. Foto: dpa
 

Da häufig Streifenwagen zuerst am Einsatzort eintreffen, erhalten auch diese eine Anti-Terror-Ausstattung. Für 70 Besatzungen gibt es neue schusssichere Schutzwesten und Schutzhelme. Und: Die „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit“ (BFE), die im Ernstfall von den Streifenwagen angefordert werden kann, wird erstmals mit Sturmgewehren ausgerüstet.

Der Innensenator sieht im neuen Anti-Terror-Equipment auch einen Beitrag in der Debatte um den Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Laut Andy Grote könne die Polizei nun auch heikelste Einsätze selbst bewältigen. „Die Bundeswehr brauchen wir dafür nicht mehr.“ Darüber hinaus hält Grote die Neubeschaffungen auch als Notwendigkeit im Zuge der Fürsorgepflicht des Dienstherrn, um Polizisten den nötigen Schutz zu bieten.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 16:40 Uhr

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