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Hamburg

30. August 2016 | 20:50 Uhr

Flüchtlinge : Alle Flüchtlingszelte in Hamburg sind beheizbar

vom

Die Hamburger Behörden sind bei der Flüchtlingsunterbringung von den ersten kalten Tagen überrascht worden. Viele Zelte waren nicht beheizbar. Das habe sich nun geändert.

Hamburg | In Hamburg werden nach Angaben der Innenbehörde keine Flüchtlinge den Winter in ungeheizten Zelten verbringen müssen.

Alle Zelte mit insgesamt gut 4100 Plätzen seien inzwischen beheizbar, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Viele dieser Zelte seien zwar nicht wirklich für den Winter geeignet, diese sollen aber in den nächsten Wochen ausgetauscht werden. Vorrangig gegen Holzbauten, kündigte der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter, an. Dort sollen vor allem Kinder, Frauen und erkrankte Menschen einziehen.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte am Vortag in seiner Regierungserklärung eingeräumt, dass wohl nicht alle Flüchtlinge während des Winters in festen Unterkünften unterkommen könnten. Er hoffe aber, dass sämtliche Zelte zumindest winterfest gemacht werden können. Die Opposition hatte von einem Offenbarungseid des Senats gesprochen.

Nach offizielle Zahlen haben in diesem Jahr bis Ende September 35.021 Schutzsuchende Hamburg erreicht. Rund 3000 Flüchtlinge mussten zuletzt bei Nachttemperaturen um die fünf Grad in nicht beheizbaren Unterkünften schlafen.

Die ersten Zelte werden Anfang kommender Woche im Camp Jenfelder Moor ausgetauscht, sagte Reschreiter. Dort leben 800 Flüchtlinge in nicht winterfesten Zelten. Außerdem sollen demnächst die Zelte der 950 Menschen im Camp an der Dratelnstraße gegen Holzbauten getauscht werden.

Die 1100 Plätze in Zelten in der Zentralen Erstaufnahme Schnackenburgallee sollen ebenfalls ersetzt werden, hier würden noch Lösungen gesucht, hieß es. Die Zelte der Bundeswehr mit zusammen 750 Plätzen sollen dagegen bleiben. Sie seien winterfest und beheizt.

Die Gesundheitsbehörde bezweifelte Berichte über zahlreiche erkrankte Flüchtlinge. Es gebe dazu keine verlässlichen Zahlen, sagte Behördensprecher Rico Schmidt. Es gebe wohl eine steigende Zahl von Erkältungen, dies sei aber zu dieser Jahreszeit in der Bevölkerung allgemein so. „Die Unterbringung in solchen Unterkünften, in denen viele Menschen auf engem Raum leben, ist da sicherlich nicht förderlich.“ Dennoch sollte man mit Spekulationen vorsichtig sein.

Trotzdem ist es unruhig in Hamburgs Flüchtlingsunterkünften. Die Hamburger Polizei hat seit Jahresanfang 1057 Einsätze in Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge verzeichnet.

Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Dennis Gladiator vom 2. Oktober 2015 zurück. Zuvor hatten mehrere Medien über die Statistik berichtet.

Der Senat führt zwischen 1. Januar und 3. Oktober verschiedenste Anlässe für Einsätze auf, vom Streit bis zum Sexualdelikt. Bei 81 Schlägereien musste die Polizei die durchschnittlich höchste Zahl an Polizeikräften aufbieten. 93 mal mussten Einsatzkräfte wegen Körperverletzung ausrücken und laut Statistik kam es im genannten Zeitraum zu mindestens 28 Suizidversuchen.

Auf Vorwürfe, dass Probleme in Hamburger Flüchtlingsunterkünften gezielt heruntergespielt würden, entgegnete die Hamburger Innenbehörde am Donnerstag: „Bei Vorfällen wird polizeilich konsequent eingeschritten und soll konsequent eingeschritten werden“.

Ebenso sagte ein Polizeisprecher: „Es gibt keinerlei Anweisung von oben auch nur irgend einen Vorgang zu deckeln. Im Gegenteil: Wir gehen offen und transparent mit der Thematik um.“

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erstellt am 15.Okt.2015 | 16:28 Uhr

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