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Hamburg

10. Dezember 2016 | 08:01 Uhr

Hamburg : Ärztemangel: Asklepios-Klinik in St. Georg muss Bettenzahl reduzieren

vom

Zoff am Asklepios in St. Georg: Ärzte schreiben Brandbrief. Es geht um Überlastung und Personalmangel.

Hamburg | Erst ein Brandbrief von 19 Ärzten brachte es zu Tage und zwang die Klinikleitung zum Handeln: Die Asklepios-Klinik in St. Georg hat derzeit ein massives personelles Problem in ihrer Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Stammzellen-Transplantation. Drei Ärzte haben das Haus nach internen Querelen verlassen. Patienten müssen derzeit abgewiesen werden. Die Bettenzahl von drei Stationen, Ambulanz, Tagesklinik und Speziallabor, wurde vorläufig von 60 auf 48 reduziert.

Während die Konzernleitung das Problem als bedauerlichen Einzelfall darstellt und beteuert, die Situation im Griff zu haben, spricht die Ärzte-Gewerkschaft „Marburger Bund“ in Hamburg von einer steigenden Unzufriedenheit von Ärzten an Asklepios-Kliniken.

Grund für die von den Ärzten im Brandbrief angeprangerte Überlastung und einer „täglichen Gefährdung von Patienten und Mitarbeitern“ war das altersbedingte Ausscheiden des bisherigen Chefarztes, in dessen Folge noch weitere Ärzte das Haus verlassen hatten.

Die Geschäftsführerin des Marburger Bund, Angela Angela Dickhöver-Döring, bezeichnet dies als eine „Fehlentscheidung der Konzerngeschäftsführung, die sich nicht an die Zusage ihres Vorgängers bei der Besetzung der Chefarzt-Stelle gebunden fühlte“. Der Oberarzt, dem die Stelle versprochen gewesen sei, habe daraufhin gekündigt, mit ihm weitere Ärzte. Aus Sicht des Marburger Bund ist dieser Vorfall kein Einzelfall: „Es gibt weitere Ärzte an der Asklepios-Klinik in St. Georg, die sich mit Abwanderungsgedanken beschäftigen“, sagt Geschäftsführerin Dickhöver-Döring: „Wir erleben eine steigende Unzufriedenheit unserer Mitglieder bei den Asklepios-Kliniken. Es gibt eine Tendenz zu Abwanderungen. Das hat mit einer sehr engen Personaldecke zu tun.“ Der Marburger Bund habe bereits ein Gespräch mit der Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks eingefordert und einen Termin mit der Asklepios-Leitung verabredet.

Unterdessen bemüht sich die Geschäftsführung des Klinik-Konzerns um Schadensbegrenzung. Man habe unmittelbar nach Eingang des Briefs Ende September reagiert, „so dass die von den Kollegen angezeigte Überlastung heute nicht mehr besteht“. Darüber hinaus sei ein neuer Chefarzt gefunden. Er solle die Abteilung Anfang des Jahres übernehmen und „weitere personelle Verstärkungen vornehmen“. Der reibungslose Betrieb der Abteilung sei mit der reduzierten Bettenzahl für die kommenden Monate sichergestellt.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 17:58 Uhr

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