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Hamburg

11. Dezember 2016 | 03:26 Uhr

TV-Jubiläum : 40. Geburtstag: „extra 3“ für Laien

vom

Sie haben die letzten 40 Jahre „extra 3“ verpasst? Super. shz.de erklärt den Überraschungsdauerbrenner des NDR.

„Extra 3 wird das Jahr 1976 nicht überleben“, unkte Miterfinder und Erstmoderator Dieter Kronzucker kurz nach der ersten Sendung. Ein Irrtum – „extra 3“ ist inzwischen die älteste Satiresendung im deutschen Fernsehen.

In diesem Jahr feiert das Satire-Magazin seinen 40. Geburtstag – aber von Midlife Crisis ist nichts zu spüren. Im Gegenteil: Pünktlich zum Jubiläum ist die Sendung populärer denn je, hat einen festen Sendeplatz im Ersten und mit dem türkischen Präsidenten Erdogan eine prominente „Werbefigur“. Der Überblick:

Zuschauerrekord dank Erdogan-Satire

Den bisher größten satirischen Coup brachte eine Satire auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ein. 880.000 Zuschauer verfolgten die Ausgabe im NDR Fernsehen, im Netz hat das entsprechende Video zum Lied „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ knapp 10 Millionen Aufrufe. „Extra 3“ löste mit dem Song über Erdogan einen politischen Eklat aus, in dessen Folge Erdogan den deutschen Botschafter einbestellte und die Löschung des Beitrags verlangte.

Wochenlang bestimmte „extra 3“ im Frühjahr die Schlagzeilen in Deutschland und schaffte es sogar bis in die Berichterstattung von New York Times und CNN.

Die nackten Zahlen

 

Der Medien-Coup um Erdogan hat der Sendung auch einen wesentlichen Wachstum der Reichweite beschert. Während das Stammpublikum im Fernsehen im Schnitt über 60 Jahre alt sei, erreiche die Sendung im Internet deutlich jüngere Menschen, erklärte Redaktionsleiter Andreas Lange. Inzwischen präsentiert „extra 3“ täglich Ausschnitte aus den rund 15 Rubriken auf der populären Facebook-Seite (ca. 550.000 „Gefällt mir“-Angaben), über den Twitter-Account (237.000 Follower) oder bei Instagram (63.100 Abonnenten).

Im Fernsehen erreichte die letzte Sendung am Mittwoch etwa 250.000 Zuschauer (Marktanteil: 7,9 Prozent). Die sechs „extra 3“-Ausgaben, die im ersten Halbjahr im Ersten liefen, erreichten einen Marktanteil von 9,0 Prozent (1,68 Millionen Zuschauer).

Die Anfänge und Köpfe von „extra 3“

<p>Hans-Jürgen Börner moderierte die Sendung „extra 3“ von 1989 bis 1997.</p>

Hans-Jürgen Börner moderierte die Sendung „extra 3“ von 1989 bis 1997.

Foto: NDR

An den Start ging „extra 3“ am 21. September 1976 im NDR Fernsehen. Das Format begann als journalistischer Gemischtwarenladen, in dem zwar die Absurditäten des politischen Alltags abgehandelt wurden, aber auch Skurrilitäten aus aller Welt seinen Platz finden konnten. Zwangsläufig entwickelte sich „extra 3“ im Laufe der Jahre zum reinen Satire-Magazin.

Seit Juli 2011 moderiert Kabarettist Christian Ehring die Sendung und ist damit Teil der als wahren „Kaderschmiede“ bekannten Reihe der „extra 3“-Satiriker. Zu dieser zählen neben Dieter Kronzucker auch Wolf von Lojewski, Stefan Aust, Anja Reschke oder Michael Gantenberg. Kultstatus erlangte die Sendung dank der staubtrockenen Moderationen von Hans-Jürgen Börner, der das Magazin in der Kohl-Ära geprägt hat.

„Der reale Irrsinn“ in Schleswig Holstein

Auch vor Schleswig-Holstein hat die Satiresendung in den letzten 40 Jahren nicht Halt gemacht. Unter der Rubrik „Der reale Irrsinn“ erlebte schon so mancher Ort bundesweite Aufmerksamkeit – vom „Penis von Bad Segeberg“ bis zum „Telefonchaos in Stoltebüll“ werden staatliche Baumaßnahmen oder Behördenpossen regelmäßig lächerlich gemacht. Der NDR hält dazu eine interaktive Karte mit über 50 Realsatiren aus Schleswig-Holstein bereit.

Die Jubiläumsgala

Auf 40 Jahre „extra 3“ blickt das NDR Fernsehen am 28. September ab 22.00 Uhr in einer einstündigen „Satire-Gala“ mit Moderator Christian Ehring zurück. Das Jubiläum will „extra 3“ mit der Verleihung eines Satirepreises feiern: Zu den Nominierten gehören der türkische Präsident Erdogan, der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Altkanzler Helmut Kohl. Als Gäste im Studio: Oliver Kalkofe, Olli Schulz, die Band „Revolverheld“ und Musiker Johannes Oerding.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 17:08 Uhr

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