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Hamburg

11. Dezember 2016 | 08:59 Uhr

Krawalle in der Walpurgisnacht : 1. Mai in Hamburg - Demo, Hundertschaften, „Konsequenz und Härte“

vom

Die Krawalle könnten schwerer werden als in den letzten Jahren. Bundesweit mobilisieren Linksaktivisten zur Großdemo im Schanzenviertel.

Hamburg | Es könnte ein heißer Tanz in den Mai werden. Die Hamburger Polizei richtet sich für das Wochenende auf die schon gewohnten Krawalle in der Walpurgisnacht und am 1. Mai ein. Die Brisanz im Vorfeld ist diesmal höher als zuletzt, denn bundesweit mobilisieren Linksaktivisten für Sonnabend, 30. April, zu einer Großdemonstration im Schanzenviertel. Titel: „Breite Solidarität gegen Rassismus und Repression“. Erwartet werden mehr als 1000 Teilnehmer aus dem linken Spektrum. Wie viele davon gewaltbereite Teilnehmer sein werden, ist nicht absehbar. Etliche Linksextreme wird es am Wochenende zeitgleich zu den 1. Mai-Veranstaltungen nach Berlin ziehen.

Ausschreitungen in der Nacht vor und im Laufe des 1. Mai haben in der Hansestadt seit Jahren eine traurige Tradition, Brennpunkt ist meist das Schanzenviertel rund um das alternative Stadtteilzentrum „Rote Flora“. In den vergangenen Jahren war es verhältnismäßig ruhig - das könnte sich dieses Jahr ändern.

In dem Aufruf zur Hamburger Demo heißt es, Ziel sei eine „lautstarke, entschlossene Demo“. Die Teilnehmer sollten „flexibel und einfallsreich“ sein – eine unverhohlene Aufforderung, mit der Polizei Katz und Maus zu spielen. Wörtlich heißt es: „Die Stadt gehört allen und die Straßen ebenfalls!“ Ausdrücklich verweisen die Veranstalter in dem Zusammenhang auf den laufenden Strafprozess gegen Hamburger Hausbesetzer wegen versuchten Totschlags sowie auf die Räumung des alternativen Wohnprojekts Harniskaispitze in Flensburg.

Der Demonstrationszug startet um 18 Uhr in der Schanze und führt von dort durch St. Pauli zum Stadtteilprojekt „Park Fiction“ am Hafenrand. Dieses befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Golden Pudel Club“, um dessen Existenz linke Stadtteil-Aktivisten derzeit fürchten. Zudem ist am Bahnhof Sternschanze von 16 bis 23 ein Hip-Hop-Open-Air-Konzert unter dem Titel „Klassenfest gegen Staat und Kapital“ angemeldet.

Krawalle befürchten die Behörden auch für Sonntag, 1. Mai. Die Revolutionäre Linke ruft ab 18 Uhr zur „Revolutionären 1.- Mai-Demonstration“ an Bahnhof Altona auf. Motto: „Wut zu Widerstand“.

Laut Innensenator Andy Grote (SPD) bereiten sich die Sicherheitsbehörden auf mögliche Krawalle vor. Es gebe „ein paar Hinweise darauf, dass die Mobilisierung ganz ambitioniert betrieben wird“, sagte Grote dem NDR. Die Polizei werde die Geschehnisse „mit Augenmaß, aber auch der nötigen Konsequenz und Härte“ begleiten, wenn es sein müsse, so der Senator. „Wir werden alles dafür tun, dass wenn es zu Ausschreitungen kommt, dem Grenzen gesetzt wird.“

Die Polizei wird alle verfügbaren Hamburger Kräfte im Einsatz haben, einschließlich der gesamten Bereitschaftspolizei und der Alarmhundertschaften. Wie viele Hundertschaften zusätzlich aus anderen Bundesländern zur Unterstützung in die Stadt kommen, ist noch unklar.

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erstellt am 27.Apr.2016 | 17:08 Uhr

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