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Prozess in Itzehoe : Freundin des Vaters im Rausch erstochen - Angeklagter schweigt

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Tödliches Ende einer Feier im Elmshorner Stadtteil Hainholz: Der Angeklagte aus Neumünster sagt nichts zu der Nacht.

Itzehoe | Im Mordprozess gegen einen 25-Jährigen vor dem Landgericht Itzehoe hat der Angeklagte am Mittwoch zu den Vorwürfen geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Alkoholrausch die 45 Jahre alte Freundin seines Vaters erstochen zu haben. Die drei hatten in der Nacht zum 3. September 2016 in der Privatwohnung des 58 Jahre alten Elmshorners gefeiert. Der Vater unterbrach vor Gericht mehrfach seine Zeugenaussage: „Nico, warum hast du das gemacht? Ich verstehe das nicht“, fragte er seinen Sohn immer wieder. Der 25-Jährige antwortete nicht. Er hielt stumm den Kopf gesenkt.

Ein Mitschnitt des Notrufs ließ die Prozessbeteiligten an der Dramatik des damaligen Geschehens teilhaben. Der Vater hatte die 112 gewählt. „Hier ist ein Mord passiert“, stammelte er in den Hörer: „'Ne Freundin von mir ... die ist erstochen worden ... von meinem Sohn.“ Dann hörte man, wie der Vater seinem Sohn zurief: „Nico, hör auf!“. Und, wieder an die anonyme Telefonstimme gewandt: „Kommen Sie bitte her, ich hab' Panik.“

Während Polizei und Rettungsdienst mit Blaulicht zum Tatort rasten, versuchte eine Frau, den Sohn per Telefon zu beruhigen. „Sie ist tot, sie liegt vor mir“, hörte man den damals 24-Jährigen sagen. „Ich wollte es gar nicht.“ Er habe der Frau in den Hals gestochen. Vier Mal, sechs Mal - er wisse es nicht genau: „Bis sie unten lag.“ Warum er zum Messer griff? Sie habe ihn provoziert, stammelte er. „Du hast sie umgelegt“, rief sein Vater aus dem Hintergrund.

Vor der Polizei und einem Untersuchungsrichter hatte der Vater damals ausgesagt, dass es vor der blutigen Tat kein böses Wort oder Streit gegeben habe. Er sei von der Attacke überrascht worden und habe noch versucht, seinen Sohn von der Frau wegzuziehen. Der Junge habe sich damals zu ihm umgedreht und gesagt: „Papa, was habe ich gemacht.“ Der Beschuldigte ist derzeit in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht. Ein Urteil wird im April erwartet.

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erstellt am 08.Mär.2017 | 13:41 Uhr

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