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Regionales

06. Dezember 2016 | 15:12 Uhr

Das Leben der Nordschleswiger : Film-Porträt: Ein Video erklärt die Deutsche Minderheit in Dänemark

vom
Aus der Onlineredaktion

Jung-Journalisten haben einen Kurz-Film über die Wanderung der Nordschleswiger zwischen den Kulturen gedreht.

Apenrade/München | Die Deutsche Minderheit in Nordschleswig – längst nicht jeder Däne oder Deutsche weiß überhaupt, dass es sie gibt. Wie es ist, Teil der Minderheit zu sein, was sie ausmacht – das hat ein internationales Filmteam jetzt in einer kurzen Dokumentation anschaulich gemacht.

Die Minderheitenregelungen im deutsch-dänischen Grenzland werden häufig als gelungener europäischer Modellfall bezeichnet. In Dänemark wurde ein tragfähiges Minderheitensystem für die Nordschleswiger ganz ohne verbriefte juristische Rechte auf die Beine gestellt. Anders als die der Südschleswiger in Schleswig-Holstein ist ihre Stellung relativ unbekannt.

Hinter dem Film stecken Kasper Petersen aus Aarhus, Michal Solarcyk aus Kanada und der Münchner Niels Bula, drei Studierende der Journalistenhochschule DMJX in Aarhus. „Unser letztes Projekt im Semester sollte eine Kurz-Dokumentation werden. Dafür wählten wir die deutsche Minderheit als Thema. Ich fand es als Deutscher natürlich besonders interessant, etwas zu diesem Thema zu machen. Deutschland ist ein sehr großes Land in Europa und so bevölkerungsstark, dass mich die Vorstellung von Deutschen in der Minderheit irgendwie faszinierte. Dann sind wir auf den Konflikt mit der zweisprachigen Beschilderung gestoßen. Das gab dann den Anlass die Doku zu machen“, sagt Bula. Das Feedback für das fertige Video sei dann sehr gut gewesen.

Überrascht, wie wenig die Dänen über die Minderheit wissen

Den Journalismus-Studenten, inzwischen wieder zurück in München, habe besonders das Fußball-Team Nordschleswig überrascht und „wie viel Aufwand allein in den Auftritt bei der Europeada gesteckt wurde“. Die „Europeada“ ist die Fußball-Europameisterschaft der autochtohnen Minderheiten, das Team der „Sydslesvig“ der dänischen Minderheit wurde 2016 Zehnter, das „Team Nordschleswig“ mit seinem Trainer „Kloppo“ Bretschneider musste sich trotz großen Einsatzes und toller Stimmung mit Rang 21 begnügen.

Doch auch der Alltag der Minderheit sei für ihn interessant gewesen, berichtet Bula: „Sie fühlen sich weder dänisch noch deutsch, sondern sind Nordschleswiger, die sich aus beiden Kulturen und aus der speziellen regionalen Kultur ihre eigene Identität zusammenbauen. Das hat mich beeindruckt, wie sie sozusagen zwischen beiden Kulturen hin und her wandern und in beiden leben können“, erzählt er. Überrascht hat ihn in Dänemark, „wie wenig die dänische Mehrheitsbevölkerung scheinbar von der Existenz der Minderheit weiß“.

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erstellt am 17.Aug.2016 | 17:04 Uhr

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