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Feuerwehrticker

28. März 2017 | 04:31 Uhr

Feuerwehr-Sicherheitstipps in acht Sprachen

vom

Kiel (ots) -

Die Arbeit mit und für geflüchtete Mitbürger spielt auch bei den
Freiwilligen Feuer-wehren des Landes eine wichtige Rolle. Anliegen
der Feuerwehren ist es, Geflüchteten einerseits das für sie
unbekannte Ehrenamt Feuerwehr nahezubringen - andererseits aber
auch die wichtigsten Sicherheitstipps für den häuslichen Bereich zu
vermitteln, z.B. den korrekten Einsatz von Heimrauchmeldern. Hierfür
hat der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit
mit dem Brandschutzerzieher Hauke Erichsen aus Satrup illustrierte
Sicherheitsfibeln in Deutsch, Englisch, Arabisch, Tigrinisch,
Dari/Farsi, Kurmandschi, Armenisch und Russisch aufgelegt. Weitere
Sprachen sollen folgen.

Im Beisein von Innenminister Stefan Studt wurden die neuen
Broschüren heute im Rahmen einer Informationsveranstaltung für
Migranten der Feuerwehren des Amtes Mittelangeln an der
Regenbogenschule in Satrup (Kreis Schleswig-Flensburg) vorgestellt.
Brandschutzerzieher Hauke Erichsen aus Satrup ist der Ideengeber und
Motor des Projektes. Der Landesfeuerwehrverband übernahm die Kosten
für Übersetzungen, grafische Umsetzung und Druck mit Mitteln aus dem
Bundesprojekt "Zusammenhalt durch Teilhabe".

"Mit diesen hilfreichen Broschüren sind die Feuerwehren in
Schleswig-Holstein mal wieder ganz vorne dabei", lobte Innenminister
Studt das Projekt. "Sicherheit darf nicht an Sprachbarrieren
scheitern. Die Broschüren zeigen mit wenigen Worten und einprägsamen
Bildern wie das Sicherheitssystem bei uns funktioniert und wie jeder
selbst dazu beitragen kann, Schäden zu verhindern oder zu lindern und
schnell Hilfe anzufordern." Studt appellierte an die Wehren im Land,
die kostenfreien Broschüren zu ordern und in ihrer
Brandschutzaufklärung einzusetzen. "Die Hefte sind ein guter
Türöffner, um Migranten nicht nur wichtige Informationen zu
vermitteln sondern Ihnen vielleicht auch den Weg zu einer aktiven
Mitgliedschaft in einer Feuerwehr aufzuzeigen", so der Minister.

Erichsens Initialzündung für das Projekt war ein Entstehungsbrand
in einer Flücht-lingsunterkunft in Satrup im Jahr 2015. Die
Verpuffung in einer Heizungsanlage wurde damals von Erichsen eher
zufällig entdeckt. Zum Glück blieb der Schaden gering. Jedoch stellte
der engagierte Feuerwehrmann fest, dass ein effektiver Notruf durch
die Bewohner des Hauses nicht funktionierte, weil dieser bei denen
gar nicht bekannt war. Recherchen und Gespräche auch mit
Flüchtlingslotsen ergaben, dass dazu kaum Informationsmaterial
vorhanden war. "Ich fühlte mich in der Pflicht, hier etwas zu
erstellen", beschreibt Erichsen seine Idee. Kontakte mit
ausländischen Kulturvereinen und Dolmetschern folgten - gepaart mit
der Erkenntnis, dass der Teufel oft im Detail liegt, z.B. bei sehr
fachlichen Sprachgebräuchen.

Erste Ergebnisse konnte Erichsen im Frühjahr 2016 an der
Regenbogenschule im praktischen Einsatz mit Geflüchteten testen und
ausfeilen. Das Medieninteresse daran war groß. Auf der Suche nach
weiterer Unterstützung kam der Kontakt mit dem LFV SH zustande und
damit für Erichsen bislang nicht erhoffte technische Möglichkeiten
und finanzielle Förderung.

Für die unmittelbare Arbeit mit den Geflüchteten wurden parallel
auch Power-Point-Präsentationen mit den gleichen Inhalten erstellt,
die Erichsen bereits erfolgreich getestet hat und die er auch der
landesweiten Arbeit zur Verfügung stellt. Damit können gesprochene
Vorträge in mehreren Sprachen untertitelt werden. So entstanden z.B.
Beiträge zum korrekten Absetzen eines Notrufes, zum Vorbeugenden
Brandschutz und dem richtigen Verhalten im Brandfall in den Sprachen
Arabisch, Persisch und Kurdisch.

Die nun zum zweiten Mal angebotene praktische
Informationsveranstaltung der Feuerwehren des Amtes Mittelangeln an
der Regenbogenschule beinhaltete u.a. das Arbeiten mit einer
Notruftelefonanlage oder ein Feuerlöschertraining mit einer
gasbefeuerten Übungsanlage. Auch wurden Feuerwehrfahrzeuge und
Ausrüstungen gezeigt. Dahinter steckt der Wunsch nach Abbau von
Berührungsängsten. Den vielen Kulturen ist das ehrenamtliche
Feuerwehrsystem unbekannt und eher mit negativen Attributen belastet.

Die nun vorliegenden Broschüren und Präsentationen stehen allen
Feuerwehren in Schleswig-Holstein kostenfrei zur Verfügung. Sie
können bezogen werden über den LFV SH, Abt. Facharbeit, Jürgen Kock,
Kock@LFV-SH.de




Rückfragen bitte an:

Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein
Holger Bauer
Pressesprecher
Telefon: 0431 / 603 2195
Mobil: 0177 / 2745486
E-Mail: bauer@lfv-sh.de
http://www.lfv-sh.de

Original-Content von: Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein, übermittelt durch news aktuell

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