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Regionales

08. Dezember 2016 | 23:09 Uhr

Von Hadersleben nach Stockholm : Erfolgstrainer Jakob Michelsen verlässt SønderjyskE noch im Winter

vom
Aus der Onlineredaktion

Hammarby IF wird der neue Club von Jakob Michelsen, der SønderjyskE zu „historischen Ergebnissen“ führte.

Hadersleben | Spätestens wenn die New York Times über einen jungen dänischen Trainer aus Hadersleben berichtet, ihn als „dänischen Mourinho“ und als das Gesicht einer neuen Trainergeneration bezeichnet, wird die Luft für einen kleinen Club wie Sønderjysk Elitesport dünn. Der erst 36-jährige Tonderaner Fußball-Lehrer Jakob Michelsen hatte den dänischen Abstiegskandidaten SønderjyskE zum Favoritenschreck gemacht, ihn 2016 mit taktischer Raffinesse zur sensationellen Vizemeisterschaft geführt und um ein Haar auch in die Europa League. Und so vernimmt man in Süddänemark auch keinen Groll darüber, dass der als größtes Trainertalent des Landes Gepriesene aus seiner Rolle herausgewachsen ist und zum schwedischen Erstligisten Hammarby IF wechselt – mitten in der Superliga-Saison.

Bei schwedischen Meister von 2001 erwarten Jakob Michelsen andere Verhältnisse als in Hadersleben. Der Hautstadtclub aus Stockholm spielt anders als SønderjyskE in einer modernen Arena mit schließbarem Dach und 33.000 Plätzen. In der vergangenen beiden Jahren belegte der Club jeweils Rang 11 in der Allsvenskan, zuvor war der Pokalsieger von 2010 sechs Jahre in der zweiten Liga.

Der Deal, über den schon einige Tage spekuliert wurde, ist mittlerweile fix. Die Clubs bestätigten den Wechsel am Mittwochmittag. Michelsen unterschrieb bei den „Grün-Weißen“ aus Stockholm für drei Jahre. Über die Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart.

„Wir haben die Zusammenarbeit mit Jakob Michelsen über das Saisonende hinaus nicht verlängern können, und da macht es Sinn, bereits in der Winterpause den Trainer zu wechseln, erklärte SønderjyskE-Sportschef Hans Jørgen Haysen die Vertragsauflösung im Winter. „Die Pause ist länger als im Sommer, und viele Spieler, deren Verträge zum Saisonende auslaufen, wissen mit dem neuen Trainer wozu sie Ja oder Nein sagen. Gleichzeitig läuft die neue Saison in Schweden zum Jahresbeginn an, und da haben wir uns auf einen Wechsel zur Winterpause verständigt“, sagt Haysen, der unterstreicht, dass es bei der vorzeitigen Trennung keine Misstöne gibt. „Er kam, er sah, er siegte”, schreibt Medienchef Kell Haugaard auf der Vereins-Homepage über den weichenden Cäsaren, dessen Werdegang den Verein auch mit Stolz erfüllt.

 

Jakob Michelsen hatte seinen Arbeitgeber seit den Europa-League-Playoff-Duellen gegen Sparta Prag hingehalten und erst vor kurzem das Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt. „Jakob hat uns viel Freude bereitet. Er und der übrige Trainerstab haben das Optimale aus dem Spielerkader rausgeholt. Die historischen Ergebnisse sprechen für sich. Wir sind ständig im Gespräch gewesen. Da ist nichts hinter vorgehaltener Hand passiert.“

Die Suche nach einem Nachfolger ist schon angelaufen. „Das Trainerthema beschäftigt uns schon seit längerer Zeit, und da ist es klar, dass wir unsere Sondierungen schon gemacht haben und uns dafür entschieden haben, welches Profil ein Nachfolger haben muss“, so der SønderjyskE-Sportchef, ohne auf Namen eingehen zu wollen: „Der neue Trainer muss zu unserem Klub passen. SønderjyskE muss seine erste Wahl sein. Er muss große menschliche Fähigkeiten haben, und Begriffe wie Demut, Gemeinschaftsgefühl, harte Arbeit und Verantwortungsbewusstsein spielen eine wichtige Rolle.“

Ein Stilwechsel ist nicht vorgesehen. „Vom Stil her wollen wir uns nicht groß verändern. Selbstverständlich wollen wir in gewissen Bereichen gerne zulegen, aber wir werden uns nicht grundlegend ändern. Wir werden auch weiterhin direkten Fußball spielen, mit aggressivem Pressing, mit viel Power und Einsatz. Wir werden immer laufen und kämpfen“, so Hans Jørgen Haysen, der den neuen Trainer in den nächsten Wochen vorstellen will. Der Michelsen-Nachfolger wird Anfang Januar die Vorbereitungen auf die letzten fünf Spiele der regulären Saison in Angriff nehmen.

Für die Wettbüros gibt es zwei Favoriten: Henrik Pedersen, derzeit Co-Trainer beim Zweitligisten Union Berlin erhält eine Quote von 2 zu 1 und ist derzeit Favorit vor Allan Kuhn. Der Bornholmer Kuhn wurde 2016 bei Malmö FF entlassen. Sollte er Trainer werden, erhielte man vier Kronen für einen Einsatz von einer.

Anschließend teilt sich die neue 14er Superliga in eine Meisterrunde und eine Abstiegsrunde auf. Trotz eines enormen Fehlstartes im Sommer belegt SønderjyskE derzeit wieder Rang sechs, der die Mannschaft für die Meisterrunde qualifizieren würde.

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erstellt am 30.Nov.2016 | 13:40 Uhr

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