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Regionales

04. Dezember 2016 | 21:22 Uhr

Towell bei „Die Höhle der Löwen“ 2016 : Drei Norddeutsche lassen die Jury jubeln – wegen eines Handtuchs

vom

Mit einem selbst designten Spezial-Handtuch wollen drei Norddeutsche das Training im Fitnessstudio revolutionieren. Bei ihrem TV-Auftritt haben sie die Jury zum Staunen gebracht. Was ist seit der Aufzeichnung passiert?

Für die Gründer war es der entscheidende Tag für ihr Business: Vor einem Millionenpublikum haben Florian Goecke (28) aus Preetz, Lennart Rieper (27) aus Rendsburg und Paul Dudda (33) aus Hamburg am Dienstagabend bei „Die Höhle der Löwen“ ihr Handtuch 2.0 vorgestellt und damit die Jury begeistert. Die Show wurde vor fünf Monaten aufgezeichnet, seitdem ist viel passiert.

„Hätte man mir vorher gesagt, man stellt ein Handtuch vor, hätte ich gedacht, was soll da jetzt groß kommen - da ist die Erwartungshaltung nicht groß: Aber Riesen-Kompliment“, sagte Juror Ralf Dümmel als Reaktion auf die Präsentation - den sogenannten Pitch. Unternehmer Frank Thelen reagierte ähnlich: „Ihr habt heute für mich den fast perfekten Produkt-Pitch gemacht und bei jedem Teil, den ihr präsentiert habt, habe ich gedacht: Wow, das ist wirklich intelligent“.

Am Ende konnten Goecke, Rieper und Dudda nicht nur alle „Löwen“ überzeugen, sondern hatten auch noch die Qual der Wahl. Juror Frank Thelen war bereit, den Deal der Gründer anstandlos einzugehen, ohne zu verhandeln. Das kommt in der „Höhle der Löwen“ nicht oft vor. Und auch Ralf Dümmel und Jochen Schweizer wollten den Deal. Dabei versprachen sie nicht nur, in das Towell+ zu investieren, sondern auch in alle folgenden Produkte der Designagentur der Norddeutschen.

Die Kompentenz von Dümmel, der als König der Produkte gilt, und die Erfahrung sowie Kontakte von Schweizer haben die Gründer überzeugt: Sie geben 20 Prozent Anteile der Firma ab und bekommen dafür 250.000 Euro Unterstützung.

Handtücher fast ausverkauft

Zusammen mit 15 Freunden haben sie Dienstagabend die Sendung verfolgt, erzählt Dudda am Mittwoch am Telefon. Sofort gab es viele Email-Anfragen, die sie im Moment abarbeiten. 45.000 Kunden seien zeitgleich auf der Homepage und hätten sich das Towell bestellt. „Zum Glück sind unsere Server stabil geblieben, das haben wir vorher ein paar Mal getestet“, sagte der 33-Jährige am Mittwoch.

„Langsam werden die Handtücher knapp. Bei Amazon ist das schwarze Towell schon ausverkauft. Am Donnerstag kriegen wir aber die nächsten Lieferungen von acht Flughäfen aus China.“ Während Investor Jochen Schweizer beim Vertrieb hilft und die Produkte auf seiner Plattform anbietet, stehen die Gründer täglich in Kontakt mit Unternehmer Ralf Dümmel aus Bad Segeberg. „Wir telefonieren jeden Tag, gestern nach der Sendung habe ich noch mit ihm bei Whatsapp geschrieben. Wir sind total zufrieden mit der Zusammenarbeit“, erzählt Dudda.

Ein Spezial-Handtuch mit vielen Extras

Mit ihrer Idee zum Towell+ will das Trio den Sport-Alltag einfacher machen. Die Norddeutschen waren im Fitnessstudio immer genervt, weil herkömmliche Handtücher ständig vom Gerät abrutschen, auf den Boden fallen und meist den Schweiß vom Vorgänger mit aufwischen.

Mit ihrem Towell+ soll das nicht passieren. Es hat eine normale und eine rutschfeste Seite mit einer Art Kapuze, die man einfach über die Trainingsbank stülpen kann. Mithilfe der Lasche oder dem Magnetclip lässt sich das Handtuch an jedem Gerät fixieren. Spintschlüssel, Handy und andere persönliche Sachen können in einer Reißverschlusstasche verstaut werden.

<p>Das Towell+ mit Magnetclip, Tasche, Handytasche und Rutschschutz.</p>

Das Towell+ mit Magnetclip, Tasche, Handytasche und Rutschschutz.

Foto: Thinks
 

Start in den Einzelhandel

Mit der Hilfe von Schweizer und Dümmel lassen die drei Unternehmer mittlerweile ihr Spezialhandtuch in Asien produzieren. Bei gleichbleibender Qualität können sie so mehr produzieren und das Towell+ günstiger verkaufen. Im Online-Shop von Otto kann man das Produkt bereits bestellen. Im Moment stehen die drei in Verhandlungen mit Intersport, die die Handtücher gerade in 80 Filialen testen. Karstadt hat die Produkte ebenfalls im Sortiment. Laut Dudda soll es außerdem Aktionswochen bei Netto, Rewe, Kaufland und Co. geben.

Das Trio hat bereits weitere Ideen für Produkte auf Lager. Mit ihrer eigenen Sportmarke wollen sie in Zukunft noch mehr Innovationen für den Fitness-Bereich auf den Markt bringen.

TV-Auftritt lange vorbereitet

Die Sendung wurde zwar jetzt erst bei Vox ausgestrahlt, die Aufzeichnung liegt jedoch fünf Monate zurück. Eine Produktionsfirma war auf die Gründer aufmerksam geworden und hat das Trio angefragt. Vor zwei Wochen startete die dritte Staffel mit den Investoren Judith Williams, Jochen Schweizer, Frank Thelen, sowie Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer im Fernsehen.

<p>Das Towell-Team in der „Höhle der Löwen“.</p>

Das Towell-Team in der „Höhle der Löwen“.

Foto: VOX
 

Auf den Auftritt haben sich Dudda, Goecke und Rieper lange vorbereitet. „Wir haben unseren Text für die Sendung inhaltlich mehrere Male verworfen und monatelang dran gefeilt. Dann haben wir aufgeteilt, wer, was sagen soll. Trotzdem wollten wir darauf achten, dass wir unsere Vorstellung nicht wie ein Gedicht aufsagen, sondern immer noch spontan reagieren können“, erzählt Gründer Goecke. „Vor der Show waren wir schon ein bisschen aufgeregt, aber als die Tür aufging, war die Anspannung dann verflogen. Irgendwie haben wir uns gefreut den gestandenen Geschäftsmännern unser Produkt zu präsentieren und das Feedback zu hören.“

Die drei hatten die Interessen und Kernkompetenzen der Investoren vor der Sendung bis ins Detail recherchiert. Bei den bereits bekannten Juroren haben sie alle Fragen und Reaktionen der vorherigen Staffeln analysiert. Auf Messen haben sie geübt, sich wortgewandt zu verkaufen.

Prototyp des Towell+ kommt aus Rendsburg

Vor einem Jahr hat alles mit der Gründung der Designagentur THINKS angefangen. Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter starteten sie Kampagnen und sammelten so ihr Startkapital für die erste Handtuch-Produktion. „Unsere allerersten Modelle haben wir zusammen getackert. Den Prototyp hat dann Lennarts Großmutter in Rendsburg genäht - an die Qualität kommt keiner heran“, erzählt Florian. Zuerst wurden die Handtücher in Preetz und Hamburg produziert. Seitdem kann man das Towell+ vor allem auf ihrer eigenen Homepage mit Online-Shop kaufen. Laut Goecke gab es bereits vor der Ausstrahlung auf Vox Interessenten im sechsstelligen Bereich.

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erstellt am 07.Sep.2016 | 13:34 Uhr

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