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Regionales

07. Dezember 2016 | 17:19 Uhr

Weniger Anzeigenkunden : Dänemark schafft das Telefonbuch ab

vom
Aus der Onlineredaktion

Telefonbücher sind es nicht mehr wert, gedruckt zu werden. In Skandinavien wird bald nur noch online geblättert.

Kopenhagen | Noch stapeln sie sich in den Hausfluren von Mehrfamilienhäusern, bald könnten sie schon Sammlerwert haben: Lokale Telefonbücher – in Dänemark unter dem Namen „Krak“ geläufig – haben ausgedient. 2017 wird die Ära des Papierschinkens in Skandinavien enden. Das hat das zuständige Unternehmen Eniro Danmark A/S jetzt verkündet. Anstelle der kostspieligen Druck-Version werden die Telefonnummern, Karten und Branchenverzeichnisse ausschließlich über das Internet zugänglich sein.

Laut Umfragen plädiert in Deutschland nicht mal jeder Vierte für eine Abschaffung der analogen Datenwälzer, von denen in jedem Jahr 100 Millionen verteilt werden. In ländlich geprägten Bundesländern nutzen ganze 70 Prozent noch Telefonbücher.


Hauptgrund für die Zeitenwende sind neben dem schwindenden Interesse der Haushalte die Annoncen-Kunden, die immer weniger Grund sehen, in gedruckten Medien teure Werbefläche zu buchen. Es sei immer schwieriger, den Druck der Bücher zu finanzieren, sagte Eniro-Sprecher Kristoffer „Jydske Vestkysten“. Im Vergleich mit anderen nordischen Ländern ist Verbreitung der Telefonverzeichnisse in Dänemark noch recht hoch. Dort beträgt der Anteil der Nutzer der immerdünnen Papierseiten immerhin noch 35 Prozent der Erwachsenen. Hauptsächlich sind es die Verbraucher in Schweden und Norwegen, die kaum noch die Papierausgabe benutzten, lautet es in der Mitteilung der Firma Eniro, die nach eigenen Angaben der führende Suchmaschinenbetreiber in den skandinavischen Ländern ist.

Branchenverzeichnisse wie die von Eniro gibt es in Dänemark schon seit 1770. Zwölf Arbeitsplätze hängen noch direkt an der Buchproduktion, sie werden allesamt wegfalllen.

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erstellt am 12.Sep.2016 | 15:30 Uhr

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