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08. Dezember 2016 | 03:18 Uhr

Neumünster : Mann erwürgt Frau und packt sie in Fass - Fall nach 24 Jahren gelöst

vom

Der Mann bewahrte die mumifizierte Leiche seiner Frau in einem Fass in der Garage auf. Inzwischen ist er wieder auf freien Fuß.

Neumünster | Vor 24 Jahren erwürgte er seine Ehefrau, steckte sie in ein Metallfass und schweißte es zu. Als Jörg L. (52) dann von Hannover nach Neumünster zog, wechselte auch die Tote den Wohnort. Jetzt hat die Polizei das Fass mit der mumifizierten Leiche in einer Garage entdeckt. Ehemann Jörg L. wird für die Tat aber nicht angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft war es ein Totschlag, der bereits verjährt ist.

Der Fall: Am 10. Februar 1992 verschwand die damals 26 Jahre alte Franziska Sander, seit vier Jahren mit Jörg L. aus Hannover verheiratet. „Eine Vermisstenanzeige wurde nicht erstattet“, sagt Holger Hilgenberg, Sprecher der Kripo Hannover. Weil es keine Hinweise auf eine Straftat gegeben habe, sei auch nicht ermittelt worden. „Wir sind davon ausgegangen, dass Franziska Sanders sich von ihrem Mann getrennt hatte und ins Ausland gezogen war.“

Jörg L. soll Briefe gefälscht und an die Familie geschickt haben, damit sie keinen Verdacht schöpft. Doch 2013 wandten sich die Angehörigen an die Polizei. Hilgenberg: „Daraufhin erfolgten umfangreiche Ermittlungen – unter anderem zahlreiche Vernehmungen im Umfeld der Frau.“

Im Frühjahr 2016 wurde dann Jörg L. aufs Revier geladen und verstrickte sich in Widersprüche. „Er geriet in Verdacht, seine Ehefrau umgebracht zu haben“, so der Polizeisprecher. Im September fuhren Kripo-Beamte aus Hannover nach Neumünster und konfrontierten Jörg L. mit ihrem Verdacht. „Da gestand er, seine Ehefrau bei einem Streit erwürgt zu haben. Er schilderte auch, sie nach der Tat in ein Metallfass gelegt und dieses zugeschweißt zu haben.“ Das Fass, erzählte Jörg L. den Ermittlern, habe er bei seinem Umzug mit nach Neumünster genommen und es dort in eine von ihm gemietete Garage gestellt.

Die Garage, die nicht zu seiner Wohnung gehörte, sondern zu einem Garagenhof, ließen sich die Beamten sofort zeigen. Hilgenberg: „Dort stand das Metallfass mit den sterblichen Überresten der Frau.“ Jörg L. wurde festgenommen, bald darauf aber wieder freigelassen. Thomas Klinge, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover: „Die juristische Bewertung ergab, dass die Tat als Totschlag bewertet werden muss. Da Totschlag nach 20 Jahren verjährt und die Tat bereits 24 Jahre zurückliegt, musste der Beschuldigte nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen werden.“

Bevor die Beamten den Fall endgültig zu den Akten legen, wollen sie jetzt noch die genauen Hintergründe der Tat ermitteln. „Wir suchen Personen, die vor dem Verschwinden von Franziska Sander Kontakt zu ihr hatten“, so Polizeisprecher Hilgenberg.

Hinweise an die Kripo Hannover, Telefon 0511-1095555

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erstellt am 19.Okt.2016 | 17:56 Uhr

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