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09. Dezember 2016 | 08:56 Uhr

Großbrand in Brandenburg : Phosphorbombe gesprengt - 57 Hektar Wald in Flammen

vom

Eine Phosphorbombe hat Wald und Heide auf einem ehemaligem Truppenübungsplatz in Brand gesetzt. Die Feuerbekämpfung ist aufgrund Munitionsaltlasten nur sehr eingeschränkt möglich.

Wittstock | Ganz so war es wohl nicht geplant: Eine Bombensprengung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Wittstock in Brandenburg - auch als Bombodrom bekannt – sorgte für einen riesigen außer Kontrolle geratenen Waldbrand. Dieser vernichtete in den letzten beiden Tagen eine Fläche von 57 Hektar, das entspricht fast 80 Fußballfeldern.

Im Rahmen von regelmäßigen Forst- und Räumungsarbeiten hatte die Bundesforstverwaltung auf dem ehemaligen Militärgelände kontrollierte Abbrennarbeiten und Munitionsräumung durchgeführt. Das fast 120 km² große Übungsgelände war von 1952 bis 1993 durch die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) genutzt und nach Abzug der Besatzungstruppen bis 2011 durch die Bundeswehr weiterbetreiben worden. Da es unter anderem als Luft-Boden-Schießplatz diente, trägt es auch den Namen Bombodrom.

Aus dieser Zeit liegen auf dem Gelände immer noch zahlreiche Altlasten an Munition, die nach und nach geräumt werden müssen. Im Zuge dieser Arbeiten wurde bereits am Dienstag auch eine 100kg-Brandbombe gesprengt. Der darin enthaltene Phosphor verteilte sich aber unplanmäßig im gesamten Umkreis und entzündete die Vegetation, woraus sich dann in den Folgetagen der immense Wald- und Flächenbrand entwickelte. Da das Betreten der brennenden noch umgeräumten Flächen lebensgefährlich wäre, beschränkten sich die Löscharbeiten hauptsächlich darauf, dass die Forstmitarbeiter durch kontrollierte Gegenfeuer Brandschneisen schafften, um dem Feuer die Nahrung zu nehmen.  Die Feuerwehr unterstützte, in dem sie Wasser vor Ort brachte. Inzwischen ist das Feuer soweit unter Kontrolle.

Die immense Rauchwolke war bis ins benachbarte Mecklenburg-Vorpommern zu sehen, wo ebenso wie in Brandenburg zahlreiche Notrufe bei Polizei und Feuerwehr eingingen.

Am heutigen Freitag setzten die Fortmitarbeiter dann ihre regulären Abbrennarbeiten fort. Diese kontrollierten Brände dienen zum Erhalt der Heidelandschaft, die sonst in kürzester Zeit zum Wald werden würde und helfen gleichzeitig bei der Munitionsbergung von im hohen Heidekraut versteckten Munitionsresten.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 22:47 Uhr

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